USA- von West nach Ost

‘go west’ singen die Pet shop boys

wir folgen

Air China bringt uns hin

Wir koennen nicht mehr ohne

Ganz im Westen landen wir

San Francisco Bay Area ist unser erstes Ziel, wir besuchen Reisebekanntschaften und erholen uns bei kalifornischem Wein und Lebensart

San Francisco wird nicht unsere Lieblingsstadt oder zumindest geliebt für recht banale Gründe; die gute Happy Hour um die Ecke, das gute Weizenbier, der leckere Chinese und nette neue Bekanntschaften.

So sehr uns die Offenheit der Amerikaner gleich ins Auge springt und zu netten Begegnungen führt, so sehr irritiert uns im Straßenleben die vielen Bettler, Obdachlosen, offensiven Leute.

Wir besorgen uns einen Railpass, mit dem wir 4 Wochen unbegrenzt Bahnfahren können quer durchs Land und setzen uns das erste Mal in den bequemen Amtrak, der sich von deutschen Bahnen durch sehr viel mehr Service, mehr Beinfreiheit, Aussichtswagen, Filme u.s.w. unterscheidet. Es ist nicht zu übersehen; Service, Bequemlichkeit und Dienstleistung werden groß geschrieben in den USA.

Richtung Norden der Küste entlang geht es nach Portland, das wir gleich ins Herz schließen; sehr grün, sehr freundlich, tolle Gärten und Parks, die Stadt der Brauereien und Buchläden (und jetzt könnt ihr raten, wer von uns was mehr geschätzt hat…), Wir wohnen in einem tollem Hostel und finden ein Institut für prozessorientierte Psychologie, in dem wir uns ein paar Tage fortbilden. Es soll uns schließlich niemand vorwerfen, wir hätten 14 Monate nur faul rumgesuhlt.

In Portland zeigt sich aber auch, dass die USA vielleicht ein gutes Abschlussziel war, denn seit wir nicht mehr abgelenkt sind von so vielen neuen Reizen und äußerlicher Fremdheit sind wir sehr beschäftigt mit uns, unserer Wiederkehr und anderen Prozessen.

Da passt es ganz gut, dass sich auch noch die Möglichkeit bietet, an die Oregonküste zu fahren, wo wir schöne Tage am Meer verbringen (bis auf die Tsunami-Warnung, die uns auf den Berg treibt- zum Glück bleibt es bei der Warnung! Beklemmend)

Seattle ist unser nächstes Ziel, die Stadt der Musik. Sie macht uns unglaublich viel Spaß und wir können verstehen, warum hier so viel gute Bands ihren Nährboden hatten (Nirvana, Pearl Jam, Soundgarden..) In dem riesigen Museum für experimentelle Musik kann man sich dann selber probieren, spielen, dichten, mixen- wir hätten Tage dort verbringen können.

Von Seattle ist es nur noch ein Katzensprung nach Vancouver, und wir können der Versuchung nicht wiederstehen uns noch einen kanadischen Stempel in den Pass machen zu lassen… Es stresst uns aber ein wenig, besonders beim Wiedereinreisen in die USA. Die Amis sind doch etwas paranoid geworden.

Vancouver aber ist schön, und wir machen einen Ausflug in die Umgebung an den Ort, wo die ‘Strandpiraten’ gedreht wurden, Claudias Frühkindheitslieblingsserie (gedreht um die 1975, es sind also eher die älteren Semester und Fernsehgucker unter unseren Lesern gefragt)

Schwere Herzens verlassen wir die Westküste, es hat uns doch sehr gut gefallen, die Offenheit, die Leute, die Freundlichkeit, das Liberale, und wir haben niemanden getroffen, der Bush gewählt hätte….

Wir machen uns auf zur Landüberquerung, wow, das sind Dimensionen, 2 Tage, 2 Nächte fahren wir nach Chicago, die Stadt der Schlachthöfe und Gangster. Das ist nun wirklich mal amerikanische Großstadt, irgendwie finden wir es sehr lustig, besonders als wir Aldi und eine deutsche Kneipe entdecken, wo Kölsch das Bier der Woche ist (was sonst!) Aber so ganz klar ist uns nicht, warum dort so viele Menschen freiwillig leben.

Von dort aus hoppen wir nach Boston zu Silvia und Jochen, alten Freunden aus Deutschland, irgendwie schon wieder die erste Begegnung mit ‘zu Hause’ und feiern den 4 Juli und unser Wiedersehen. Zu viert fahren wir eine Woche in zwei Nationalparks in Neu England, genießen Meer und Lobster, Wälder und Seen, und stehen sogar plötzlich Elchen gegenüber. Viel zu schnell müssen wir wieder zurück; wir hatten uns gerade wieder an das versiffte Outdoorleben im Zelt gewöhnt. Die Zeit rast plötzlich, die letzten Tage gleiten uns durch die Hände. Aber es ist gut so, denn wir freuen uns doch so auf Euch und können es kaum erwarten!

New York wird nun unsere letzte Station und würdiger Abschluss, aber davon erzählen wir Euch dann mündlich…

BIS BALD

Neuseeland  - die Nordinsel

04.04.2005- 14.05.2005

Wir kommen mit der Fähre an in Wellington, auf der Nordinsel in der Hauptstadt Neuseelands, an, und sind in einer richtigen Großstadt, woran wir uns erst einmal gewöhnen müssen. Sie zeigt sich aber von ihrer sonnigsten Seite- Yoga im botanischen Garten, Shoppen, Internet, lecker essen usw. Kaum haben wir Wellington allerdings den Rücken gekehrt, schlägt das Wetter wieder um und wir nehmen direkten Kurs auf Napier, zum einen, weil uns dort das beste Wetter der Insel versprochen wurde, zum anderen, weil wir Reni besuchen wollen, die wir zwar noch nicht kennen, uns Marc, unser Freund aus Köln, aber sehr ans Herz gelegt hat.
Reni ist deutsch, vor 12 Jahren ausgewandert, und die neuseeländische Großzügigkeit und Gastfreundschaft ist ihr in Fleisch und Blut übergegangen, so dass sie uns mit offenen Armen empfängt, zusammen mit ihren beiden total verrückten, entzückenden Hunden und uns ins Gästezimmer einweißt. Die zweite schöne Überraschung sind die vielen Briefe und Pakete aus der Heimat, die uns erwarten, u.a. – wir können es kaum glauben – ein 5 Literfässchen von Antje, das wir uns genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. Selten haben wir drei so um die Wette gestrahlt.
Unsere Wohngemeinschaft mit Reni klappt so ausgezeichnet, dass wir uns entschließen zwei Wochen zu bleiben und zu arbeiten. Schnell haben wir einen Job gefunden, Birnen packen im Packhaus (die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen). An sich eine unglaublich anstrengende und langweilige Angelegenheit, aber unsere Mitstreiter und Arbeitgeber sind superlieb, und so macht es uns irgendwie doch Spaß. Auch muss man wohl Neuseeland mal von der Obstindustrieseite kennen gelernt haben... Aber auch sonst haben wir das Gefühl, Neuseeland noch mal anders kennen zulernen durch den vielen Kontakt mit Renis Freunden und kurzfristige Sesshaftigkeit und die schönen, weintrunkenden Abende mit einer Wahlneuseeländerin; way of Kiwilife.

Nach 2 Wochen reisen wir schweren Herzens weiter, wir wollen nicht zu bequem werden und noch ein bisschen was von der Nordinsel sehen. Zunächst an der Ostküste ist der maorische Einfluss unverkennbar, alles sieht aus wie in dem Film „whalerider“, noch eine sehr untouristische Gegend, kleine Kirchen, viel Panorama, geschnitzte Gemeindehäuser, Leuchttürme und wie man sich sonst noch Neuseeland vorstellt. Weiter oben an der Küste, auf der Coromandel Halbinsel geraten wir in eine Oldtimerparade hinein, Autofans würden hier die Tränen kommen, so schön sind die Exemplare, wir fallen auch gar nicht weiter auf mit Wally (ihr wisst schon, unser Auto), dabei hatten wir eigentlich nur eine Toilette gesucht...

Die letzten Tage, bevor es zurück nach Auckland gehen soll, verbringen wir im äußersten Norden, wo die Segelschiffe und Yachten liegen, wo das Klima das mildeste ist, wo man vom Ufer aus Massen von Fisch beobachten kann und am nördlichsten Punkt sehen kann wie die Ozeane sich treffen. Es sind noch mal magische Stunden, und mit etwas Wehmut fahren wir nach Auckland rein; wir wissen, der Abschied von Wally (ihr wisst schon, das Auto) und Neuseeland naht. Irgendwie leichter, und am Ende natürlich noch schwerer wird es uns gemacht durch Mike and Rys, zwei Kiwis, bei denen wir die letzte Woche schlafen und mit denen wir wunderbare Tage und Abende haben.
Als Wally (ihr wisst schon, das Auto) dann verkauft ist, treibt es uns doch Tränen in die Augen, 3 Monate, 8200 Kilometer on the road, das Leben im Schuhkarton hat ein Ende und es wartet das heiße Thailand auf uns, von wo aus wir dann 10 Tage später in die Staaten hüpfen werden.
 

 

Neuseeland  - die Südinsel

15.2.2005- 4.4.2005

Sobald wir in Bangkok das Flugzeug besteigen, merken wir, dass wir dabei sind einen gewaltigen Sprung zu unternehmen. Wir fliegen das erste Mal eine längere Strecke, und sind mal wieder der Durchschnitt (oder sogar unter Durchschnitt) an Größe, Gewicht und Maß, die neuseeländischen Stewardessen sind freundlich und professionell und statt Thaibeer gibt es ausgezeichneten australischen Wein.
Wir kommen in Christchurch an, keiner drängelt, kein Geschrei, keiner will uns in sein Taxi ziehen und zum nächsten Hostel bringen, kein Gehandel um den Buspreis und die Luft ist so klar und kalt, wie wir es schon seit der Mongolei nicht mehr erlebt haben.
Das ganze flirrende, laute, spirituelle, heiße, zierliche, überlaufende Asien ist vorbei und stattdessen betreten wir einen sauberen englischen Vorgarten, wie es uns scheint.
Wir genießen es sehr, aber es fühlt sich auch ein wenig an, als wären wir in ein Luftloch geraten.
Christchurch ist, für asiatische sowieso, aber selbst für europäische Verhältnisse, eine kleine, gemütliche, sehr englische Stadt, die uns einen sanften Einstieg ermöglicht. Die Neuseeländer und fast Jeder, dem wir begegnen, ist ungemein freundlich und hilfsbereit, so dass es recht einfach für uns wird nach kurzer Zeit einen Campervan zu kaufen. Wir haben natürlich keine Ahnung von Autos, aber stellen es uns herrlich unabhängig- und abgesehen davon billig- vor, mit einen solchen Gefährt die Insel zu erkunden. Es ist absolut üblich unter Backpackern, Autos zu kaufen und wieder zu verkaufen und herrlich simple im Ablauf. Die ganze Sache ist innerhalb weniger Minuten erledigt, hat man sich erst einmal entschieden und den Wagen durchchecken lassen.
Wir sind natürlich- wie das so ist bei Frauen- von Anfang an völlig überidentifiziert mit unserem Auto, nennen es Wally (nach dem netten Mechaniker, der es uns flott macht) gehen in die Antikläden der Stadt, um es nett einzurichten und reden mit ihm, wenn wir den Eindruck haben, er hat einen schlechten Tag.

Nach einer Woche können wir loslegen- erst einmal Richtung Süden, denn hier läuft alles anders herum. Im Süden wird es zuerst kalt und der Herbst naht…

Die ersten sehr schönen Tage verbringen wir mit zwei Deutschen, Nico und Irina, mit denen wir Tipps austauschen; sie waren gerade 5 Monate in Neuseeland und wollen nach Asien; wie praktisch.
Dann geht es in Richtung südliche Alpen. Wally (ihr wisst schon, das Auto!) hat die erste Bewährungsprobe zu bestehen; es wird schweinekalt in den Nächten und wir sind froh, nicht im Zelt zu liegen. Wir machen ein paar schöne Wanderungen, denn Wandern ist die Hauptsportart der Neuseeländer und über 1000ende von Kilometern gut markierter Wanderwege stehen auf den beiden Inseln bereit in großartigen, abwechslungsreichen Landschaften. (Für alle, die Claudias Abneigung gegen das Wandern kennen: sie schlägt sich ganz tapfer…)
Wir sind natürlich- wie man es auch nur sein kann- oft beeindruckt und überwältigt von dieser Landschaft, und doch ist alles so perfekt organisiert, man läuft immer an den orangefarbenen Dreiecken entlang (wandern nach Zahlen nennen wir es Spaß manchmal), überall bekommt man immer mehr als genug Informationen über jeden Meter dieses Landes, sodass wir es undankbarer Weise manchmal als etwas langweilig empfinden.


Wieder zurück an der Küste genießen wir vor allen Dingen die Tierbeobachtungen- Albertrosse, Pinguine, Delphine, Robben, Seelöwen, alles wenige Meter entfernt in freier Wildbahn. Als uns ein Seelöwe anbellt und wir hören, dass er manchmal auch Menschen jagen kann, vergrößern wir den Sicherheitsabstand allerdings wieder ein wenig.

Am Südgipfel angekommen wird das Wetter wechselhaft und unsere Laune wechselt mit. Neuseeland ist- wahrscheinlich besonders im Camper- einfach ein reines Outdoorland. Wenn das Wetter nicht mitspielt gibt es wenig Alternativprogramm, besonders auf der der dünn besiedelten Südinsel. Wir fahren trotzdem in das grandiose Fjordland; hier ist es nicht minder beeindruckend wenn es regnet und die Wassermassen aus den Bergen geschossen kommen. Den bekanntesten Fjord- den Milford Sound- erinnern vielleicht einige von Euch aus dem “Herr der Ringe”, 1 Teil, wo die Gefährten mit dem Kanu den Fluss herunterfahren.

Vom Fjordland aus geht es wieder etwas zurück ins Landesinnere nach Wanaka zu schönen Nationalparks, Seen, Bergen und großartigen Landschaften. Langsam merkt man den Herbst- alles leuchtet schon in Gelb- und Brauntönen, aber wir erwischen noch ein paar sonnige Tage und schöne Wanderungen.

An der Westküste fahren wir wieder hoch in den Norden. Hier wechseln sich Gletscher und Regenwald ab-… haben wir zumindest gehört. Zu sehen ist wenig, denn es schüttet und schüttet und schüttet wie aus Kübeln.
Das Wetter wird zwar wieder etwas besser als wir wieder im Norden sind, bleibt aber unbeständig, so dass größere Touren eigentlich nicht zu planen sind. Wir üben uns in buddhistischer Ruhe, machen schön Touren wenn es sonnig ist, und spielen Schiffe versenken wenn es regnet.

Weil wir noch etwas Zeit haben bis unsere Fähre zur Nordinsel geht, fahren wir noch mal ein Stück runter nach Kaikoura, dem Wildlebenparadies, wo unmittelbar vor der Küste das Meer so steil abfällt, dass man Wale sehen kann. Wir fahren raus mit dem Boot und sehen tatsächlich drei dieser Giganten.
Die noch größere Sensation ist allerdings Claudia 50 Minuten schweigend zu erleben, weil sie mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist und verdächtig grün im Gesicht .…


--------------------------------------------------------------------------

Kambotscha - und zurück nach Tahiland

Wir haben nicht viel Zeit fuer Kambotscha, gerade mal 16 Tage. Ich weiss, Zeit ist relativ, aber uns erscheint es wenig. Wir entschliessen uns zu fliegen, und so individuell kann man ohnehin nicht in diesem schoenen Land reisen, ist die Gefahr doch immer noch gross versehentlich auf einer der Millionen Landminen zu treten, die hier immer noch nicht entsichert sind.

Wir fangen in Phnom Penh an, wollen dann in die fruchtbare Region und das suesse Staedtchen Battambang und von da aus mit dem Boot zu den unglaublichen Tempelanlagen von Ankor Wat, die in einem grossen dschungelartigen Gebiet verstreut liegen.

Kambotscha ruehrt uns sehr, von Anfang an, das ganze Land ist noch sehr zerruettet durch den Krieg und Buergerkrieg, man merkt doch deutlich, so lange ist der Terror und die Folter noch nicht her.
Die Fuehrer, die einem mehr ueber die Geschichte erzaehlen, sind jung und waren damals Kinder, und der Schrecken steht Ihnen immer noch ins Gesicht geschreiben. Man sieht viele verkrueppelte Menschen und doch noch sehr viel mehr Armut als in den anderen asiatischen Laendern, die wir bis jetzt besuchen durften, aber auch viel Aufbau und Hilfsprojekte und Erleichterung mit dem Wunsch nach Frieden und normalem Leben.

Phnom Penh ist eine wunderschoene Stadt, ebenso die Einwohner, und es besteht ein starker Kontrast zwischen der Armut und den vielen grossartigen Restaurants und Bars mit englischen, franzoesischen und sonstigen Einfluessen (ich weiss nicht wer alles in diesem Land mitgemischt hat)

Battambang dagegen ist beschaulicher, aber noch freundlicher und huebscher. Wir machen mal wieder einen Kochkurs und fahren mit unseren guten Fuehrern und Motorraedern die Gegend ab. Als wir keine Lust mehr haben auf den Motoradsattel zu sitzen, kommen wir zurueck mit dem Bambuszug. Die Bahn faehrt in Kambotscha so selten und langsam, dass sich die Bewohner aus Bambus einen Schienenaufsatz gebaut haben, mit dem sie Waren und Menschen die Stadt transportieren. Wir haben einen ziemlichen Spass auf diesem Gefaehrt.

Von Battambang nach Siem Riep und Ankor Wat tuckern wir 12 Stunden auf einem kleinem Schiff; eine grossartige, unglaublich anstrengende tour, auf der man aber toll das Leben rund um den Fluss beobachten kann. Die Kambotschaner leben hauptsaechlich von Fisch, und so stehen immer mehrer Leute bis zur Huefte im Wasser und versuchen etwas zu koedern.

Ankor Wat

Drei Tage Zeit haben wir Zeit fuer Ankor Wat. Eine riesige Khmer Tempelanlage, im Dschungel verstreut, teilweise gut, teilweise nicht so gut erhalten, mit Bauemen ueberwachsen, ausufernd, gigantisch, uns sehr, sehr, sehr beeindruckend. Beschreiben kann man es nicht, man muss es wohl gesehen haben.
An unserem letzten Tag gruessen wir einen aelteren Mann freundlich, der uns irgendwie bekannt vorkommt. Ein paar Sekunden spaeter wissen wir auch woher: Herr BIOLECK ganz persoenlich! Ist wohl auf Mission und kocht mit kambotschianischen Stassenkindern, erfahren wir spaeter. Wer da wohl von wem lernt? Wenn ihr in der naechsten Sendung Kambotschianische Kueche seht, wisst ihr woher er es hat.


Viel zu schnell geht unser Flieger zurueck nach Bangkok, wir waeren gerne noch laenger geblieben in diesem faszinierendem Land. Aber es ist Zeit fuer unsere kurzfristige Trennung und Einkehr.

Claudia faehrt nach Chiang Mai zurueck und macht einem Massagekurs nach dem naechsten, und macht die Erfahrung, wie es ist alleine zu reisen (also ehrlich: mit mir geht sie nie in solche Transvestitenschuppen, macht die Nacht zum Tage, lernt tausend Leute kennen, plappert die ganze Zeit englisch usw…)

Ich gehe in Kloster, in ein sogenanntes retreat, lebe mit Spinnen und Skorpionen, stehe jeden Tag um 4:00 auf, meditiere und schweige und schweige und meditiere und verstehe langsam wie mein oder der Geist ueberhaupt funktioniert. Es ist gleichzeitig das Haerteste und das Faszinierenste, was ich je in dieser Richtung gemacht habe. Und es vermittelt noch mal ein gutet Basiswissen vom Buddhismus und einiges in Asien wird nochmal verstaendlicher fuer mich.

Die Wiedersehensfeier ist ruehrend und ausgiebig, wie ihr Euch vorstellen koennt, und nun verlassen wir Asien und machen aus der Asienrundreise endlich mal ein Weltreise. Neuseeland wartet!


Wusstet ihr schon…..
- dass es noch ueber 6 Millionen unentsicherte Landminen in Kambotscha gibt?
- dass Ankor Wat der groesste Hindutempel der Welt ist?
- ueber 60% der Kambotschaner unter 20 Jahre alt ist
- die kambotschianische Flaggeie einzige dieser Welt ist, die ein Gebaeude enthaelt? (Ankor Wat natuerlich)
- dass in Thailand unheimlich viele Touristen von herabfallenden Kokosnuessen getroffen werden?
- Dass unser (und auch eurer) Geisteszustand und die Gedanken total chaotisch sind, und man sich zum Beispiel ohne Uebung keine 30 Sekunden nur auf den Atem konzentrieren kann? (wer es nicht glaubt, soll es auf einen Selbstversuch ankommen lassen)

--------------------------------------------------------------------------------

Thailand

Ende November bis Mitte Januar

Unserer Thailandaufenthalt soll unter einem bisschen anderem Motto stehen. Inzwischen haben wir Einiges von Asien gesehen und freuen uns eher auf die Zeit, die wir mit lieben Freunden planen zu verbringen und darauf, in Kursform alles moegliche zu lernen- angefangen mit Yoga ueber Massage, Kochen, Goldschmiede, Klostererfahrung u.s.w.
 

Der Sueden

Unsere Thailandreise beginnt Ende November dort, wo sie vier Wochen spaeter so schrecklich fuer viele andere Reisende aufhoert- im Sueden an den schoensten Straenden des Landes.
Wir beeilen uns von Vietnam nach Khao Lak zu kommen, um 2 Freunde und Urlauber aus Koeln, Claudia und Heike, dort zu treffen und haben schoene gemeinsame Tage am Strand.
Kurz danach stoesst Michael, ein Freund aus der Schweiz, zu uns, der unserem Beispiel der Langzeitreise gefolgt ist, und zusammen fahren wir nach Ko Phi Phi, die Insel, die als Tauch,- und Schnorchelparadies bekannt war. Wer den Film “the beach”mit Leonardo di Caprio gesehen hat, der hier gedreht wurde und in dem es um die Suche nach dem perfekten Strand geht, kann es sich vielleicht besser vorstellen.
Wir machen das, was man so macht im Paradies, schnorcheln, schlunzen, schlafen und saufen und setzen nach ein paar Tagen ueber nach Krabi, wo wir kurz ueberlegen auf einem Schiff mit nach Sri Lanka zu segeln. Gott sei Dank klappt es nicht, und uns treibt es weiter nach Norden, weg von den Touristenhochburgen, die es kurze Zeit spaeter nicht mehr geben soll.

Aus dem Gefuehl heraus, beschuetzt worden zu sein haben wir stellvertretend fuer diese Zeit anstatt von Beachfotos das schoene Shakrabild gesetzt, dass jemand Michael nach dem Tsunami gemailt hat. Wir moegen uns die Strandbilder selber noch nicht wieder angucken.


Khao Sok und Ayuttaya

Auf dem Weg in den Norden bleiben wir in einem der weniger besuchten Nationalparks, wohnen in Baumhauesern, machen ein wenig Dschungeltrekking, haben eine lustige Zeit zu dritt, spielen viel Skat, verbringen Zeit auf dem Dschungelsee und geniessen das viele Gruen um uns herum.
Als ich eine Mittelohrentzuendung bekomme, treibt es uns nach Bangkok in ein Krankenhaus, in dem es Mc Donald und Starbucks gibt; wir sind tief beeindruckt, und fahren nach Behandlung trotzdem noch am gleiche Tag nach Ayuttaya weiter, die alte Hauptstadt von Thailand. Es ist ganz schoen, aber wir brauchen eine Pause vom Rumreisen, wollen meine Ohren ordentlich auskurieren und kommen so schon 10 Tage vor Weihnachten in Nong Khai an, wo wir die naechsten drei Wochen bleiben werden. Mit Michael zusammen hatten wir uns ueberlegt, ueber Weihnachten unsere Besinnlichkeit mit einem Yogakurs unter Beweis zu stellen, 7 Tage lang, ganz im Norden an der Grenze zu Laos.
 

Der Norden

Nong Khai

Nong Khai als kleines Staedtchen ist ein angenehmer Ort zum verweilen, wir landen in einem schoenem, schattigem guesthouse am Mekongfluss, am Ende einer Gasse, die ein wenig das Worpswede von Thailand zu sein scheint (fuer die nicht Norddeutschen: Worpswede ist ein kleines Kuenstlerdorf in Niedersachsen)
Viele ‘Westler’ haben sich in einer Gasse, in der keine Autos fahren duerfen, zusammengetan; es gibt 2 Bibliotheken, ein Atelier, das Guesthouese, das Yogazentrum, alles ist ein wenig alternativ und eine schoene Atmosphaere, um zu entspannen und sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Wir wohnen in schoenen Holzbungalows mit Terrasse, essen, lesen, schreiben und warten gespannt auf den Beginn unseres 7 taegigen Yogakurses.

Am 20igsten geht es los- morgends um 7:00 Uhr- die erste Herausforderung fuer uns (besonders fuer mich, wie ihr Euch vorstellen koennt). Der Kurs ist als Intensivkurs angekuendigt und haelt was er verspricht. Zwei mal am Tag die Serie mit Koerperuebungen (ca. eine Stunde), dazu Atemuebungen und etwa drei Stunden Theorie. Uns tut alles weh, uns raucht der Schaedel, wir pruegeln uns jeden Morgen aus dem Bett und sind alle begeistert. Es tut uns koerperlich und mental so gut, wie wir es alle nicht fuer moeglich gehalten haetten, wir bekommen ein umfassendes, verstaendliches Bild von den Hintergruenden und eine Einfuehrung, die es uns ermoeglicht, Yoga selbststaendig weiterzufuehren. Und das tun wir. Wir sind suechtig und seitdem beginnt jeder unserer Morgende mit Yoga.

Kurz bevor wir weiterwollen bebt die Erde, der Tsunami erschuettert die Welt und uns, wir bangen um Freunde, und sind unglaublich gluecklich und dankbar, nicht betroffen zu sein. Es veraendert nochmal sehr unser Gefuehl zum Reisen. Es erschreckt uns weniger, als das es uns bewusster reisen und- vielleicht geht es Euch aehnlich- noch weniger an die Sicherheiten dieser Welt glauben laesst.

Kurz vor Jahreswechsel loesen wir schweren Herzens unseren Dreierbund auf, Micha faehrt wieder Richtung Sueden, und wir in den Nordwesten nach Sukhothai, wo wir ein ruhiges Sylvester feiern.
Es gibt- mal wieder- viele alte Tempelanlagen zu sehen, Sukhothai war, noch weiter zurueckliegend, ebenfalls mal Hauptstadt von Thailand. Wir fahren hauptsaechlich mit dem Fahrrad rum, sammeln uns fuers naechste Jahr und geniessen die Landschaft in Herbsttoenen, rostbraun und etwas vertrocknet. An vielen Tempeln sind wir alleine, dann machen wir Yoga und gewoehnen uns wieder daran zu zweit zu sein.
 

Lampang

Auf dem Weg nach Chaing Mai- weiter Richtung Norden, machen wir halt in Lampang. Einen Tag im Elephant Conservation Center- das wollten wir von Anfang an! Das Zenter ist weniger touristisch als wirklich zum Schutz und Heilung der Elephanten gedacht- inklusive Elephantenhospital (die Spritzen haettet ihr sehen sollen...).Wir sind ziemlich beeindruckt von den Dickhauetern und versuchen auch mal einen zu reiten und zu lenken (indem man sie an den Ohren kitzelt, wurde uns gesagt). Unser Mahout, der Elephantentrainer laueft vorweg und versucht ein Photo zu schiessen und unser Riesentier scheint sich um das Gekitzel wenig zu kuemmern und frisst den halben Urwald ab, bevor er den Rufen seines Mahouts folgt. Wer sich schon mal auf einem Pferd unwohl gefuehlt hat, der kann es sich vielleicht vorstellen- danach bekommt man ein anderes Gefuehl von Groesse...
 

Chiang Mai

Chaing Mai ist die zweitgroesste Stadt Thailands und Mittelpunkt des Nordens, und es ist nicht schwierig, hier ein paar schoen Tage zu verbringen.
Claudi macht einen 5taegigen Kochkurs (ich hoere Euch aufschreien:”ich will bekocht werden”, aber- tragt Euch hinten ein auf der Liste....) und ich faulenze waehrenddessen am pool unseres guesthouses. Abends schluerfen wir cocktails und schlendern uebern Nachtmarkt, lassen uns massieren, essen lecker, spielen Skat mit neuen Bekanntschaften, lesen und machen so richtig Urlaub. (denn: Reisen ist nicht immer Urlaub, falls jemand jetzt fragen sollte, wie wir denn die restliche Zeit nennen)
 

Bangkok

Mitte Januar geht es zurueck nach Bangkok, um unsere Freunde aus dem Yogakurs zu sehen und Sting, der ein Konzert in einer riesigen Arena gibt. Das haben wir uns verdient, finden wir, sozusagen als kroenenden Abschluss und um zu sehen, wie es sich auswirkt, wenn man Yoga 30 Jahre praktiziert.

Unsere Plaene werden etwas konkreter, in Bangkok haelt es uns nicht so lange, zu heiss (bis aus dem Fluss, wo man ab und zu eine frisch Brise abbekommt), zu voll, zu verschmutzt und wir wollen noch zwei Wochen nach Kambotscha rueber und danach, zurueck in Thailand, uns das erste mal seit 240 Tagen, kurzzeitig trennen. (Claudi wird viel Trost brauchen in dieser Zeit, also schreibt!!!!! )
Ich moechte 10 Tage lang in ein sogenanntes retreat, buddhistisches Kloster, schweigen, meditieren und alles bisher Erlebte mal sacken lassen, und Claudi will nochmal zurueck nach Chiang Mai, einen Massage,- und einen Goldschmiedekurs machen.

Am 15.Februar werden wir dann gemeinsam Asien verlassen und weiter nach Neuseeland fliegen.
 

-----------------------------------------------------------------

Vietnam

"Was wollt ihr denn in Vietnam?", fragte uns unser chinesischer Freund Tom Won mehrmals. Fuer ihn war es unvorstellbar, warum man ein vom Krieg dermassen zerruettetes Land freiwillig bereisen sollte. Zumal wir- in seinen Augen- quasi ja uns auch fuer alle anderen Laender dieser Erde entscheiden koennten.
"Essen!" war unsere banale Antwort, um die Diskussion nicht zu sehr ausarten zu lassen. Es war die einfachste und nicht unwahrste Antwort, und Tom Won, der unsere Vorlieben in diese Richtung kannte, beliess es dabei.
Tatsaechlich wussten wir von unserem Lieblingslokal in Koeln (fuer die Koelner: Halong bay, inzwischen auf der Suelzburgstrasse, probieren!!), dass das Essen grossartig ist: lecker, frisch, leicht und billig. Und da uns- mehr noch als das Essen die chinesische Esskultur! zunehmend auf die Nerven ging (siehe China 2+3, spucken, rotzen, schreien u.s.w), war dies durchaus ein Grund, sich auf die Weiterreise zu freuen.

Fuer uns versprach Vietnam alles in allem ersteinmal eine willkommende Abwechslung von China. Ein kleines, uebersichtliches, schmales Land, in dem jeder mehr oder weniger die gleiche Strecke von Norden nach Sueden bereist. Es bietet sich an, in Hanoi zu starten und in Ho chi Minh city (ehemals Saigon) aufzuhoeren, oder eben umgekehrt, und in 4 Wochen kann man das Wichtigste sehen.
Man wuerde uns verstehen, schliesslich sprechen fast alle Vietnamesen englisch, und es wuerde ersteinmal eine ganze Ecke einfacher als in China werden. Uns dafuer waren wir reif....
 

Hanoi und der Norden

Gespannt, auf das was kommt, reisen wir ueber den Friendshippass nach Vietnam ein. Eine sehr ruhige, ohne Hektik ueberschaubare Grenze. Es lachen uns sehr huebsche, schon sehr anders aussehende schmale Menschen mit grossen Rehaugen an. Sie erscheinen uns als selbstbewusst und sehr freundlich. Wie erwartet wird alles viel einfacher, man setzt uns gleich an einem Hotel ab, dass uns gefaellt, die Vietnamesen wissen, wie man mit Touristen umgeht und locken mit viel Service und komplett durchorganisierten Touren. Fuer Manchen und manchmal ein Graus, wir aber freuen uns, mal so wenig organisieren zu muessen.
In Hanoi landen wir in der Altstadt und unsere taegliche Aufgabe besteht v.a.D. darin, sich nicht von Mopeds ueberfahren zu lassen. Es gibt kaum Autos, kaum Fahrraeder, und bei jeder Gruenphase schieben sich hunderte von Vespas und Motorraeder ueber den Asphalt. Schnell die Strasse zu ueberqueren gilt als lebensgefaehrlich, man geht so langsam wie moeglich und laesst die Fahrer den Weg um sich herum suchen. Keine ploetzlichen Bewegungen! Und beten! Bei uns hats geklappt, und uns gefaellt Hanoi ziemlich gut. Der franzoesische Einfluss ist unverkennbar, schoene Gebauede, Baguette zum Fruehstueck, gute Cafes...
Wir werden ein bisschen von Erka 2 rumgefuert, die junge Mongolin, die uns damals ueber die chinesische Grenze geholfen hat und die in Hanoi studiert.
Wir geniessen es, uns das relativ kleine Stadtzentrum zu erlaufen, die tollen Museen und nicht zuletzt das schoene Goetheinstitut, in dem wir uns mehrere Stunden verkriechen, um die "Zeit" und " die Sueddeutsche" zu lesen; muss auch mal sein.

Von Hanoi aus machen wir eine mehrtaegige Tour zur HalongBay, Zuckerhutberge, diesesmal ueberall aufragend aus dem Meer. Sie sehen aus wie Dinosaurierruecken und man hat das Gefuehl, sie nicht wecken zu duerfen, damit sie den Kopf nicht heben. Wir schippern teilweise mit grossen Schiffen, teilweise mit dem Kanu durch die Landschaft und haben viel Spass auf dieser gefuehrten Tour.
 

Die Mitte- Hue und Hoi An

Mit dem Nachtzug geht es weiter Richtung Sueden in die Mitte des Landes, erst einmal nach Hue, der ehemaligen Hauptstadt. Hier ist die Kriegsgeschichte schon viel deutlicher zu spueren, hier ist Grenzlinie, die Schauplaetze vieler erbitterter Kaempfe, die demilitaerisierte Zone. Hue wirkt auf uns ein bisschen wie eine Geisterstadt, man sieht viel Zerstoerung und von vielen Sehenswuerdigkeiten sind manchmal allenfalls die Ruinen uebrig.
Wir halten uns zurueck damit, alle Kriegsschauplaetze anzugucken und haben wenig Lust alles abzuklappern. Man bekommt auch ohne noch genug mit und wir sind genug mit der augenblicklichen amerikanischen Politik beschaeftigt (es ist Wahl...), um uns auch noch zu ausfuehrlich mit den Fehlschlaegen der Vergangenheit zu beschaeftigen.
Wir koennen nicht umhin, die Vietnamesen sehr zu bewundern und koennen uns aufgrund ihres Charakters vorstellen, wie sie den Amerikanern getrotzt haben; stolz, verschlagen, clever und schnell.

Unser naechstes Ziel, Hoi An, eine kleine Stadt, die wegen ihren hunderten von Schneidern bekannt ist, wird unser Lieblingsstaedtchen. Fest ueberzeugt, nichts zu brauchen, lassen wir die vielen Schneider noch am ersten Tag abblitzen, aber schon am zweiten Tag haben sie uns ueberredet und wir koennen einfach nicht wiederstehen (massgeschneiderte Anzuege fuer 25 Dollar!?- wo kriegt man so etwas schon....) Da siegt die Frau in uns ueber den uneitlen Traveller mit wenig Gepaeck.
Wir bleiben eine geschlagene Woche und lassen uns immer tollere und ausgefallendere Sachen machen, probieren immer wieder an, haben eine tolle Zeit mit unseren Schneiderinnen, fahren zwischendurch zum beach und essen abends grossartiges seafood an der Promenade. So stellt man sich doch Urlaub vor, oder? Natuerlich findet das ganze Zeug keinen Platz mehr im Gepaeck und muss von der meistfrequentiertesten Postoffice Vietnams aus verschickt werden.
 

Der Sueden- Jungle beach, Mue, Saigon

Unsere naechste Station ist der "jungle beach", wieder etwas weiter im Sueden: ein wild ueberwucherte Anlage, von einem netten Kanadier und seiner Vietnamesischen Frau gefuehrt, direkt am Strand. Sehr einfach alles, aber ein Ort die Seele baumeln zu lassen. Hier lassen wir uns drei Tage verwoehnen (grossartige Vollpension) und machen schoene Wanderungen. Als wir allerdings die in der Woche zuvor im Schlafzimmer erlegte 2 Meter lange Cobra sehen, reicht es uns an "jungle" und wir fahren weiter nach Mue beach resort, wo wir nochmal 2 Tage Strandleben geniessen wie man sich das vorstellt: von bungalow ins Wasser, vom Wasser zum Essen und dann das Ganze wieder von vorne.

Unsere letzte Station ist Ho chi Minh City (Saigon), von wo aus wir noch ein bisschen den Sueden erkunden wollen und dann nach Bankok fliegen. Freuen uns auf eine neue Stadt und wollen zu Kordulas Geburtstag die Korken knallen lassen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Puenktlich 10 Stunden vor der Party liegen wir mit Magen- Darmgrippe im Bett und wechseln uns auf dem Klo ab. Wir nutzen die Zeit in Saigon also v.a.D. um wieder fit zu werden. Aber es gefaellt uns ohnehin nicht mehr so gut und hinterlaesst einen etwas farblosen Eindruck auf uns.

 

Wusstet ihr schon

- dass Vietnam weltweit am zweitmeisten Reis exportiert?
- dass die Vietnamesen sich alle vor der Sonne schuetzen, um moeglichst schoen und blass zu bleiben (und dementsprechens bloed die sich sonnenden traveller finden?)
- dass es inzwischen verboten ist neue Motorraeder zu kaufen, weil selbst die Regierung es einsieht, dass es ueberhand nimmt (und Angst beim Ueberqueren der Strasse hat)
- dass einem beim Reisen die anstrengesten Dinge oft am meisten im Sinn bleiben
- dass grosse Teile des Suedens von Vietnam waehrend des Krieges quasi untertunnelt waren und von dort aus mehrere veitnamesische Widerstandskaempfe stattfanden oder auch die amerikanische Borschaft eingenommen wurde?
- dass wir China, sobald wir raus waren, schon vermisst haben, weil es sooo spannend war!
- wie verdammt gut wir in einem massgeschneiderten Anzug aussehen?
 

 

China 3

Der Süden- von Reisfeldern bis zu der ersten gayparade Hongkongs
 

Wir sind am Ende unserer Chinareise angelangt. Noch mal jagt ein Highlight das Nächste, u.a. der Ausflug ins Englisch sprechende Hongkong, indem wir uns so entspannt fühlen, dass wir uns nach mehr Verständigung sehnen und merken, wie anstrengend die letzten zwei Monate doch waren.

Wir sind etwas chinamüde, und merkwürdigerweise fühlen wir uns nach all der Zeit immer fremder und uns scheint es mit der Kommunikation immer schlechter zu klappen. Dabei haben wir uns wirklich gute Hilfsbrücken geschaffen: z.B. ist Claudia Meister im “Synchronübersetzen” geworden, d.h. wenn neben uns Chinesen laut über irgendetwas diskutieren (und sie diskutieren immer laut, glaubt es uns), stellen wir uns einfach vor, um was es gehen könnte, und Claudi plappert irgendein Unsinn mit der entsprechenden Empörung und Mienenspiel über Apfelpizza, erhöhte Fahrkartenpreise usw.
Oder wenn die Chinesen uns, obwohl schon schnell klar ist, dass wir nicht das Geringste verstehen (was sie nicht zu stören scheint) einfach ungerührt weiter auf Chinesisch zuplappern (meistens geht es darum, uns irgendetwas zu verkaufen), antworten wir irgendwann in gleicher Selbstverständlichkeit, Tonfall, Redefluss und Lautstärke auf Deutsch. Es ist lustig, wie verblüfft sie dann für einen Moment sind.
Oder wir versuchen unser Bestes darin uns manche Zeichen einzuprägen. Das geht dann so: Claudi zu Kordula ”guckst du mal, wo der Bus dort hinten hinfährt?”, K.:“wie ist das Zeichen?”, C. “Tempel auf Stein, mit Taube obendrauf und Häckchen links.” Merkwürdigerweise hat man sie dann wirklich manchmal intus.

Wir geben uns Mühe, und trotzdem; trotz aller Faszination an und in diesem Land, trotz aller zunehmender Offenheit im Süden, trotz unserer Freundschaft zu einem Chinesen, bei dem wir auch wohnen dürfen: wir wollen weiter und freuen uns auf Vietnam. Aber hier noch etwas aus dem südlichen China.

 

Yangshou- das Paradies der Zuckerhutberge und Bananenpfannkuchen

Wer China bereist oder Bilder von China sieht, landet wohl früher oder später in Guilin und Yangshuo. Hier ist eine der typischsten und auch meist vermarktete Landschaften Chinas. Die merkwürdig geformten riesigen Berge, die rechts und links abfallen, Reisfelder, sich schlängelnde Flüsse und das Ganze meistens in einem bisschen nebeligen, geheimnisvollen Dunst getaucht.

Wir bleiben eine Woche in Yangshuo, einem kleinen Städtchen, das bis oben voll ist mit Touristen, und genießen tagsüber die Landschaft per Fahrrad, auf Wanderungen oder dem Floss, und nachts das gepflegte Nachtleben mit Pizza, Pfannkuchen (irgendwie wollen alle Traveller in Asien Pfannkuchen essen, zumindest werben alle einschlägigen Kneipen damit, welche zu servieren), Poolbilliard und guten Cocktails.
Es gefällt uns wirklich gut, und das Schöne an China ist, dass so ein Ort zwar voll sein kann, aber sobald man sich von den Hauptsehenswürdigkeiten entfernt oder ein bisschen gegen den Strom schwimmt, ist man doch auch alleine in der schönen, fruchtbaren Landschaft.

 

Longsheng- von schlafenden Drachen, Reisfeldern soweit man sehen kann und endlich mal Ruhe

Wir reisen weiter zu den nördlich gelegenen Reisterrassen, eine Landschaft, die man eigentlich kaum beschreiben kann, die Fotos können vielleicht mehr zeigen, wie gigantisch dieser Anblick ist.
Reisfelder über Reisfelder, die in Terrassen angelegt sind und aussehen, als würden sie sich auf einem schlafenden Drachenrücken breitmachen. Wir wandern ein paar Tage mittendurch, wohnen in einem Dorf mit Holzhäusern, das ein wenig an Schwarzwald erinnert, und genießen, das keine Autos um uns herum sind. Hierher kommt man nur, wenn man 40 Minuten den Hügel erklimmt.
Wir finden alles ungeheuer romantisch, die Landschaft scheint uns von allem, was wir bisher gesehen haben wirklich am fremdesten, am faszinierensten und unberührtesten. Die Baürn arbeiten von früh bis spät während der Erntezeit und alle Felder reflektieren das goldene Licht des Herbstes. Wir wissen, vor uns liegen jetzt erstmal nur Großstädte und genießen die letzten ruhigen Tage umso mehr.

 

Guangzhou- letzter Stopp in Mainland China und ein paar lustige Tage mit Tom Won, unserem neuem chinesischen Freund

Guangzhou ist die drittgrößte Stadt Chinas, touristisch recht unbedeutend, wirtschaftlich aber recht aufstrebend und wir wollen einen Chinesen besuchen, den wir auf unserem Horsetrekking kennen gelernt haben. Wir finden, er sieht ein bisschen aus wie Danny de Vito, was so gar nicht zu seiner Leidenschaft des Reitens passt. Überhaupt ist es ungewöhnlich, sich in China fürs Reiten zu interessieren. Noch gilt es hier als Unterschichtsport, oder noch nicht mal Sport, eher Beschäftigung oder Notwendigkeit.
Das alles, zusammen mit seiner Offenheit und seiner großzügigen Einladung zu sich nach Hause, macht uns neugierig, und wir wollen mal ‘reinschnuppern’ in seine Welt.

Tom Won gehört zu den reicheren Chinesen, hat ein gut laufendes Übersetzungsbüro, ist unglaublich wissbegierig und neugierig, möchte alles über den Westen wissen. Wir haben ein paar interessante Diskussionen und lustige Abende, gehen zusammen aus für Seafooddinner, Kochen für ihn und seine Frau Gulasch und Klöße, und tun eine Menge für die Ost-westliche Verständigung. Von hier aus sind es nur noch zwei Stunden bis Hongkong, immerhin über eine Grenze, englische Kolonie, aber wir brauchen zum Glück kein Visum.

 

Hongkong- Skywalks, Irish Pubs, und die erste Gayparade Hongkongs- wir schreiben Geschichte

Hongkong ist für uns eine Erfrischung wie ein kaltes Bad. Nach zwei Monaten China erleben wir Europa gemischt mit Asien auf einem hohen Niveau. Wir fühlen uns sofort pudelwohl und trotz des vielen Rummels wie in einer Oase, in der wir durchatmen können. Im Zentrum Kowloons, dem Stadtteil Hongkongs, der noch Festland ist, finden wir ein relativ billiges Zimmer- Schuhkarton mit Bad.

Hongkong ist eine unglaubliche Stadt mit seiner Architektur, dem Meer, den Inseln, den tollen Wanderwegen, Mischung zwischen europäisch-asiatisch, Stadt und Natur, neu und alt.
Hongkong Island selber macht uns eine Gänsehaut mit seiner Skyline, mit seinen Bauten und Skywalks, die längste Rolltreppe der Welt, Soho, unglaubliche Ausblicke. Alle sind so nett und freundlich und englisch um uns herum- ist das in Europa immer so? Wir wissen es schon nicht mehr, wir genießen es einfach.
Abends machen wir die Irish Pubs unsicher- noch nie, oder zumindest fast noch nie hat uns ein pint of guiness so glücklich gemacht, my goodness my guiness.
Als wir in eine Veranstaltung geraten, die wie Karneval, Wochenendspektakel und CSD gemeinsam ist, fühlen wir uns plötzlich wie in Köln. Die asiatisch und englischen Schwulen sind begeistert mal deutsche Mädels unter sich zu haben, wir bekommen jede Menge Komplimente und Drinks, und dürfen die erste Schwulenparade Hongkongs miterleben (ungefähr 10 Meter die Strasse runter und zurück), was heißt hier miterleben, mitgestalten! Es ist alles sehr spaßig und wir genießen es, uns mal wieder ins Nachtleben zu stürzen.

Nach ein paar Tagen Hongkongrausch und einem Tag auf einer außerhalb liegenden Insel, auf der wir ein bekannte Familie besuchen, wird es uns zu teuer und wir nehmen die Fähre nach Macao, Halbinsel, wieder eine Grenze, portugiesische Kolonie. Macao ist furchtbar, verbaut, Casino über Casino und lang nicht so schön wie Hongkong, aber wir fahren auf die Kleinste der Inseln und gönnen uns ein schönes Zimmer mit Balkon und Meerblick. Hier ist auch noch das portugiesische Flair zu spüren, kleiner Hafen, schöne Kirchen (auch mal wieder schön nach den ganzen Tempeln) guter Café und abends Shrimps mit Knoblauchbutter.
Letztendlich bleiben wir aber China treu und kehren nach einem Tag nach Mainland China zurück, noch mal vorbei auf eine Stippvisite bei Tom Won, und machen uns bereit für Vietnam. Es wird Zeit, sich auf neue Pfade zu begeben.
 

 

China 2 - Logbook geschickt am 05.10. 2004

Was es so schwierig macht in China zu reisen

China ist eigentlich kein Land, es hat eher die Ausmasse und Vielseitigkeit eines Kontinents; riesig, voll, unterschiedlich, und um so länger wir hier sind, desto weniger verstehen wir es. Das macht es uns diesesmal auch schwerer, den Bericht für Euch zu schreiben und unsere Erfahrungen in Worte zu packen. Ein rudimentärer Versuch...

Mal finden wir alles furchtbar interessant, wunderschön, malerisch, beeindruckend, dann aber wieder sind wir auch so abgeschreckt und angewiedert, dass unsere Toleranz und Einfühlungsvermögen hart auf die Probe gestellt werden. Zum Beispiel, wenn kleine lebendige Hunde vorbeigetragen werden im Netz und Du weisst, dass diese gleich in die Pfanne kommen; oder wenn die Chinesen mal wieder im Bus 3cm neben Dir vor sich hinrotzen und sich dann die nächste Zigarette anstecken (im Volksmund heisst es, man würde die bösen Geister ausspeien...). Aber wenn wir mal wieder gerade völlig befremdet sind, können wir sicher sein, dass von einer anderen Seite wieder etwas ganz Schönes kommt: eine liebe Geste, unglaubliche Hilfsbereitschaft, ein netter Kontakt, liebes und grosszügiges Verhalten, uralte Kultur, atemberaubende Landschaften, wunderschöner Glauben...

Die Bandbreite, die das Essen hat, gibt es auch in allen anderen Bereichen: selten haben wir so Leckeres, Vielseitiges und Interressantes gegessen, aber auch selten so Befremdliches und Ekliges gesehen. Es ist wirklich kein Vorurteil: es gibt nichts, was die Chinesen nicht essen oder hätten. Schlange, Hund, Ratten, Frösche, Schnecken, Insekten, alle Arten von Fleisch, alle Arten von Fisch, alle Arten von Gemüse und so einiges Glibberiges, von dem wir lieber nicht wissen wollen, was es ist.

Umso tiefer wir nach China eindringen, desto grösser und unergründlicher scheint es zu werden und umso mehr zwingt es einen, die ganze Bandbreite zu erahnen.
Das Land ist so riesig, immer wieder müssen wir Dinge streichen, die wir eigentlich sehen wollten und unserer Eindruck von China und den Chinesen wird immer fragmentierter. Wir haben nur bruchstückhafte Gedanken, was sicher auch daran liegt, dass es nicht so einfach ist, mit den Chinesen wirklich in Kontakt zu kommen und wirklich herauszufinden, wie sie sind oder was sie denken. Wir werden viel angesprochen, manchmal auch in smalltalks verwickelt oder man fotographiert sich mit uns, aber tiefere Verständigung kommt nur selten zustande. Sicher auch ein sprachliches Problem, aber sicher nicht nur.
Auch sind die Chinesen sehr unflexibel, was Sprache und Aussprache angeht. Trifft man nicht ganz den Ton oder Nuace der Wortes, können sie sich nicht denken, was gemeint sein könnte. Auch Zeichensprache, mimische Erklärungen oder Aufmalen hilft oft nicht weiter (dabei war Montagsmaler immer unser Lieblingsspiel!!), es bleibt bei einem ängstlich-sturem "mei you, mei you', haben wir nicht, können wir nicht, fahren wir nicht hin..
Dann aber auch wieder, in einem anderen Zusammenhang, wird einem plötzlich völliges Vertraün entgegengebracht, und jemand fragt mich nach therapeutischen Rat für seine Ehe und stellt 20 Minuten nach unseren Kennenlernen uns offen seine Probleme dar. Und immer, wenn wir uns gerade eine Meinung gebildet haben, kommt ein Ereignis, dass alles wieder umschmeisst.


Viele Chinesen erscheinen uns viel weniger individualistisch als wir, weniger erzogen zum selbstständigen, verantwortungsvollen Denken. So stehen zum Beispiel 10 Leute hinter einem Tresen und man kommt um vor "Überbedienung", aber geht es darum, selber Entscheidungen über das Angewiesende hinaus zu treffen oder selbstständig Verantwortung zu übernehmen steht man schnell alleine da.
Schwierig kann es auch werden, nach dem Weg zu fragen; ein Chinese sagt, um nicht sein Gesicht zu verlieren, immer irgendetwas, das heisst, das Ganze wird dann oft verwirrend bis nutzlos. Es kann aber ebenso passieren, dass er alles stehen,- und liegenlässt, um Dich dorthin zu bringen, wo Du hinwillst.
Bewährt hat sich: man fragt immer mehrere Personen und bildet dann das grösste gemeinsame Ganze aller Informationen. Oder man muss aus Geste oder Mimik erschliessen, ob derjenige es nun wirklich wusste oder nicht.
Lustig war, als wir ein Paar nach einem Weg fragten, und Beide mit völliger Überzeugung in entgegenentsetzte Richtungen zeigten. (Wir waren allerdings die Einzigen, die darüber lachen konnten) Es bedarf dann viel Fingerspitzengefühl, um niemanden in Verlegenheit zu bringen.
 


Was es so spannend macht in China zu reisen

Man merkt, dass China ein Land im Wandel ist, dass sich alles ändert und China dabei ist, sich innerhalb von ein paar Jahren eine andere Bedeutung zu geben. Der Wandel geht am meisten von der Mittelschicht aus, die vielleicht noch im Moment erst 1% Prozent ausmachen, aber kann man wirklich von 1% sprechen, wenn dass bedeutet 10 Millionen Menschen?

Die Chinesen entdecken die Freizeit, lernen englisch, und fangen an zu reisen, zunächst in ihrem eigenen Land, aber auch alles andere ist nicht mehr unvorstellbar. Die sind interressiert an Austausch und fremden Kulturen, kennen Oliver Kahn und haben Internetcafes wie Sand am Meer. Andererseits sind dann doch noch viele politische und Tagesnewsseiten gesperrt (so übrigens auch unsere unglaublich politische, kapitalistische Revoluzzerseite...) und es gibt auch immer wieder Situationen, wo die Leute wirklich Angst vor uns zu haben scheinen.

Auf vieles versuchen davon wir uns einen Reim zu machen die letzten vier Wochen, es begleitet uns durch China, neben schönen Landschaften, furchtbar langen Busfahrten, schönen Teehäusern, interressanten Städten und vielen, vielen Erfahrungen.
Wir haben vielleicht nur 1% von China bisher verstanden, aber ist das wirklich so wenig, wenn das bedeutet 10 Millionen Gedanken?
 

Von alten Kriegern und Seidenstrassenflair- Pingyao via Xian
Fotos

Wir verabschieden uns nur ungerne von Pingyao und verlassen dieses ruhige, urtümliche, von einer Stadtmaür umgebene Städtchen zu Gunsten von Xian, Touristenhochburg und mal wieder eine volle, laute Stadt. Schön an Xian ist die nette Zeit mit zwei deutschen Mädels, Imke und Birte, und ein lebendiges Moslemviertel mit kleinen Gässchen. Begeistert stürmen wir die vielen Küchenshops, und Claudia kann Imke überreden, schon mal ein Hackebeil für sie mit durch den Zoll zu schmuggeln (beim Wok hat sie gestreikt...)
Etwas ausserhalb von Xian liegt eine der touristischen Attraktionen Chinas, eine Armee aus Terrakottasoldaten, gut erhalten, 1974 gefunden. Die Burschen sehen tatsächlich noch ganz frisch aus, dafür, dass sie über 2000 Jahre alt sind, ein unglaublicher archologischer Fund. Ein Herrscher liess sie errichten, um sein Grab zu bewachen. So paranoid und grössenwahnsinnig wollen wir seitdem auch werden.

Xian geht uns ansonsten wegen des Touristenrummels ziemlich auf die Nerven und wir springen auf den Nachtzug nach Lanzhou, wieder ein Stück Richtung Westen, sozusagen Euch wieder etwas nähergerückt.
Lanzhou liegt schon auf der Seidenstrasse, alles sieht irgendwie anders aus, vorderorientalisch-okkarfarbend, und wir fühlen uns sehr wohl in dieser freundlichen Stadt, in der wir ein paar Tage verweilen, um unser Visum zu verlängern. Unser Hotel sieht aus wie eine verlassende Russenvilla, man guckt ins Grüne und für 1 Euro gibt es ein Frühstücksbuffet, bei denen die Chinesen immer wieder von Neüm staunen, wie viel wir essen können. Den Rest der Zeit geniessen wir, dass es mal keine touristischen Attraktionen gibt und hängen in den Teehäusern an den Hängen über dem Fluss ab.
 


Von Banditen und ihren schönen Fraün- Xiahe und Langmusi
Fotos

Es geht auf in die Berge, Richtung Süden in ein kleines Dorf Xiahe, hier soll das "little Tibet" sein. Die Fahrt dorthin ist einmalig schön: die Berge werden grüner und steiler, im Vordergrund arbeiten die Baürn auf den Feldern ohne Maschinen, Pferde und Esel sind ihre Werkzeuge. Es erinnert uns ein wenig an die Mongolei in fruchtbar.
Die meisten hier sind tatsächlich tibetischer Abstammung: langes, schwarzes Harr, Hüte, Tücher, bunte Jacken, die Kinder auf dem Rücken, lachend und stolz. Sie sind so ein ganz anderer Menschenschlag als die Chinesen, die wir bisher gesehen haben. Sie erscheinen unabhängig und traditionsbewusst, die Männer ein bisschen kriegerisch- verschlagen, die Fraün schön, schmuckbehangen und stark. Mich erinnern sie ein bisschen an mein Lieblingsmärchenbuch "die Söhne der goldenen Horde".
Ansonsten wird das Dorf beherrscht von einer wunderschönen Monastry mit über 1000 Mönchen, die wir in allen möglichen Situationen erleben können: vom Beten - beeindruckend: 800 Mönche in einer Halle - bis zum Fussballspielen. Und sie spielen gut Fussball! Sie wollen sich leider nicht für den 1FC einkaufen lassen. Wir haben alles versucht. Ehrlich!!!

In Langmusi, dem nächsten Dorf, sieht es ähnlich aus, die Landschft hier gefällt uns auf unseren Wanderungen noch besser. Aber uns juckt es, wieder auf den Pferderücken zu kommen und wir reisen weiter nach Songpan- berühmt, berüchtigt für sein horsetrekking.
 


Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der...
....Maulesel?! Songpan
Fotos

Als wir in Songpan ankommen sind wir eigendlich unglaublich genevt; wir haben ein paar Buspannen hinter uns, unsere Jacken verloren, und alle Leute, die mit Tourismus zu tun haben in dieser kleinen Stadt erscheinen uns wie ein kleiner Maffiaverein. Wir erwarten eigendlich nicht viel vom Horsetrekking, zumal auch noch das Wetter saumässig ist, aber sobald wir auf dem Pferd sitzen, sind wir total glücklich (vielleicht liegt es allerdings auch am Wodka, den uns unsere guides grosszügig einflössen).
Es macht einfach Spass, auf diese Weise die Landschaft zu erkunden, diesemal haben wir die Edelversion erwischt. Der Personalschlüssel ist 1:1, genausoviele guides wie Touristen. Wir sind insgesamt 14, alle auf mittelgrossen Pferdchen, bis auf Claudia- die sitzt auf einem Maulesel. Warum, können wir bis zum Schluss nicht herausbekommen, obwohl: eine gewisse Ähnlichkeit.....
Die guides versorgen uns bestens, kochen, kümmern sich um die Pferde und decken uns abends zu. Die Berglandschaft ist wundervoll, die Parks mit kristallgrünen Seen ebenso und übt beim verregneten, dunstigen Wetter auch nochmal seinen ganz eigenen Reiz aus.


Teehäuser und zum Weinen scharfes Essen- Chengdu
Fotos

Chengdu bedeutet für uns ersteinmal ausruhen von den anstrengenden Busfahrten und Abenteürn in den Bergen. Seit Peking sind wir fast in 3- Tagestakt weitergereist und sind erschöpft. In Chengdu wollen wir eine Woche verbringen ohne Freizeit und Touristenstress.
Die Stadt macht es uns leicht. Wir sind in einem schönen, grünen hostel gelandet, spielen ganz viel Yatzee (manche Dinge, die einen glücklich machen sind so banal), gehen in Parks, schlürfen uns durch die Teehaüser, essen den hotesten Hotpot, den wir bisher hatten in China (Chendu ist berühmt für seine Chiligerichte) und orgenisieren unsere Weiterreise. In Sichuan, die Provinz, die Chengdu umgibt, gäbe es viel zu sehen, aber wir streichen das meiste von unserer Liste. Weniger ist mehr manchmal.
Der 1.Oktober sitzt uns drohend im Nacken, wenn man kann, sollte man vermeiden, dann zu reisen, weil Nationalfeiertag in China ist, und ganz China auf den Strassen\ Zügen\ Bussen. Und wer will diese schon mit 1,5 Billionen Chinesen teilen?! Bis dahin wollen wir im Süden sein.
 

Wusstet ihr schon,
- ....dass chinesisch die meistgesprochene Sprache der Welt ist?(alte Trivial persuiter unter Euch wissen das natürlich...)
- ....dass die Banane aus China kommt?
- ....die Nudeln ebenso (hat wahrscheinlich der olle Marc o Polo geklaut)
- ....das die chinesen angeblich die Klospülung erfunden haben (aber in sehr rudimentären Anfängen steckengeblieben sind)
- ....wir ganz viel von Euch traümen, um unser Fremdheits,- und Heimwehgefühl in Schach zu halten?!
 

 

China 1 - Logbook geschickt am 10.08.2004

Eigentlich wollten wir gar nicht nach China. Es war uns zu fremd und zu gross, Chinesen essen Hunde und sind führend in Menschenrechtsverletzungen. Was man so hört und weiss von China. Aber es lag nun mal auf unserem Weg, also dachten wir uns, wir fahren ersteinmal nach Peking, vielleicht die grosse Maür und dann irgendwie durch, möglichst schnell nach Südostasien.

Aber dann hat es uns doch gepackt, das Chinafieber (nein, nicht SARS). Wir trafen mehrere Leute in Ulaanbataar, die nur schwärmrten, kauften uns einen Reiseführer, der sich spannender las als jeder Roman und merkten, dass China in Allem eine unheimliche Vielfalt zu bieten hat. Es ist riesig, hat viele unterschiedliche Vegetationen, riesige Städte, wunderschöne Naturschutzgebiete, fast alle Arten von Landschaften, Leute in unterschiedlichter Mentalität, Religion und Abstammung, vom Kommunismus bis zum matriachalen Dörfern, vom Mongolen bis zum quasi Südländer. Dazu kam, dass wir uns schnell willkommen, als zwei Fraün recht sicher und unbedrängt fühlten und dass die Menschen uns sehr freundlich begegneten (alle schätzen uns auf 22 und sagen wir wären « very beatyful » ; ob sie das wirklich meinen, oder den Satz nur in der Schule gelernt haben, konnten wir noch nicht rausbekommen.)
Die Sprache schreckt uns gar nicht mehr so ab, vielleicht, weil wir in der Mongolei ja auch schon nur « chinesisch » verstanden haben. Ausserdem können probieren doch viele Chinesen gerne ihr Englisch an einem aus, und versuchen einem fast immer weiterzuhelfen, wenn man auch keine gemeinsame Sprache spricht.
Das Essen, nicht ganz unwichtig in unserem Fall (schon gar nicht nach der Mongolei) ist hevorragend, spannend, vielseitig und je nach Region unterschiedlich.
Man kann relativ einfach und billig durchs Land kommen mit Zügen, Bussen, Schiffen, Flugzeugen, Fahrrädern, Pferden...usw; Mit anderen Worten : ein spannendes Reiseland.
Nun sind wir also schon drei Wochen hier, haben eine ganz andere Route eingeschlagen als wir wollten, sind dabei, unser Visum zu verlängern und werden uns hier sicher noch eine Weile rumtreiben. Hier unsere ersten Erlebnisse.

Fahrt von Ulanbaatar nach Peking

Wir entscheiden uns für den lokalen Zug, die Transsib ist uns zu teür und ausserdem über Wochen hinweg ausgebucht. Das bedeutet, mit etwa 200 Mongolen morgends um 7;00 Uhr für Tickets anstehen. Zum Glück haben wir wieder eine aus unserer mongolischen Familie dabei, doch völlig verschlafen können wir nur staunen: Es wird geschubst, gedrängelt und letztenendes artet das Ganze in eine Schlägerei aus, bei der die Polizei mit Elektroschocks dazwischen gehen muss. Claudi fühlt sich endlich wieder wie im Fussballstadion, beim Spiel vom 1.FC Köln gegen Leverkusen...

Ähnlich abenteürlich geht es weiter. Bis zur Grenze gibt es einen recht normalen Nachtzug, ähnlich der Transsib, und dort soll eigentlich ein Bus nach Peking auf uns warten. Tut er aber nicht, heute ist er wohl nicht gekommen, finden wir heraus, nur Peking stammeln hilft uns also nicht weiter, und kein Schwein kann englisch. Nun sind wir wirklich ganz auf uns gestellt.
Dazu kommt, dass uns die inneren Mongolen (die autonom quasi schon zu China gehören) nicht besonders vertraünserweckend vorkommen, und wir erstens nicht wissen, was sie von uns wollen, und zweitens nicht, wen wir nun in welcher Hinsicht vertraün können. Aber wie haben mal wieder Glück und treffen auf die zweite Erka unserer Reise, die uns unter ihre Fittiche nimmt und uns durch sämtliches Procedere bis nach Peking bringt, und das sind Einige!
Zunächst nehmen wir einen Kleinbus bis zur Grenze, da warten wir in der grellen Sonne und völlig verschmutzter Luft einige Stunden. Dann sind wir dran, alle stürmen und rennen mit all ihrem Gepäck wie die Bescheürten zum Schalter, drängeln sich durch, rennen zum Bus zurück und fahren dann in aller Ruhe weiter zur chinesischen Grenze. Wir vertreiben uns die Zeit damit, mit einem Mongolen über den deutschen Schäferhund zu plaudern, er hat ein Exemplar zu Hause, war schon in Karlsruhe zur Zuchtschau und die nächste ist in Peking… (Wofür dann Deutschland so bekannt ist…)
An der chinesischen Grenze das gleiche Spiel, nur das wir noch länger warten müssen, weil die Chinesen gerade Lunchbreak haben. Die Hektik, die, sobald man drin ist, entsteht bleibt uns bis zum Schluss unverständlich, aber wir sind froh, als wir endlich drüben sind und uns einen Liegebus suchen können, der uns in die Hauptstadt bringen soll.
Merkwürdige Erfahrung: Wir sind uns noch nicht so ganz einig, ob wir Liegebusse beqüm finden oder nicht, ein ganzer Bus mit mehrstöckigen, etwa 40 cm breiten Liegen, den man nur mit Socken betreten darf (dementsprechend der Geruch). Völlig fertig schlafen wir ein und kommen morgends um sechs in Peking an.
 

Peking
Wir sind in einem netten Hostel gelandet, es gibt eine Dachterrsse, auf der man frühstücken kann (endlich wieder Eier!!!!) und abends für 0,75 Liter Bier 20 cent bezahlt. Das finden wir fair!
Mit uns im Zimmer eine australiesche Kleinfamilie: eine Mutter mit einem vierjährigen und einem 9 Monate altem Kind, die so selbstverständlich mit denen reist, als wäre es,im wahrsten Sinn des Wortes, ein Kinderspiel. Sie macht alles, was wir auch machen, nur etwas mehr im Rhythmus der Kinder und wir sind ziemlich beeindruckt.
Vom Hostel aus erkunden wir Peking, die vielen Gärten und Tempel, natürlich die verbotene Stadt, die Hutongs (alte Wohnviertel) und diverse Restaurants. Das meiste machen wir per Rad, das geht prima, da es auf fast jeder Strasse noch eine breite Spur für die Radfahrer gibt.

Besonders schön finden wir, als wir morgends mal um 6:00 in den Park gehen um der Stadt beim Aufwachen zuzugucken, wie ganz viele alte Leute dort Sport machen. Und sie machen uns echt etwas vor an Beweglichkeit, Aufgewecktheit und Gelenkigkeit. Der Park ist voll, selbst die im Rollstuhl machen mit, sie beginnen mit Aufwärmen, dann Tai Chi, später Ballspiele und Standardtanz. Es wird getratscht, Musik gehört, im Schatten gesessen, manches in Gruppen, manches alleine gemacht. Das ganze erscheint uns wie die perfekte Mischung zwischen Sport, Gesellschaft und Kommunikation.

Die grosse Mauer
Von Peking aus werden unterschiedliche Fahrten an die Maür angeboten, alle liegen etwa 60-150 km nördlich von Peking. Diese Plätze sind unterschiedlich stark besucht, verschieden gut erhalten und ziehen auch unterschiedliches Publikum an.
Wir entscheiden uns für Jinshangling, wo relativ wenige Leute hinfahren und von wo aus man vier Stunden auf der Maür bis nach Simatai laufen kann.
Es ist heiss, wir kommen natürlich genau in der Mittagshitze an, es ist unglaublich anstrengend und trotzdem unbeschreiblich schön. Wir sind tatsächlich nur wenig Menschen, die sich auf dem Weg gut verteilen, wir klettern über Stock und Stein, von Wachturm zu Wachturm und sind total glücklich. Auf der einen Seite in der Ferne ist die Mongolei, auf der anderen Seite erstreckt sich China, und man kann plötzlich fast die heranstürmenden Reiter von Chingis Khan sehen, sich die Wachposten vorstellen, die auf der Maür entlanggehen und ihr Land verteidigen. All die Dinge, die man über die grosse Maür und deren Geschichte weiss kommen einem in den Sinn, das einzige Bauwerk, welches vom Mond aus zu sehen ist, und wir spüren all die Kraft und Macht und Unendlichkleit, die von diesem Gemäuer ausgeht. Plötzlich sind wir ganz stolz, fühlen uns auch als ein Teil der Geschichte, und können verstehen, dass sich alle dieses alberne ”I climbed the great wall” T-shirt kaufen, weil man diesem Moment einfach gerne irgendwie eine Bedeutung geben und ihn festhalten will. Ich kann zum Glück Claudi trotzdem im letzten Moment davon abhalten.
Wir belohnen uns dafür damit, dass wir ins Tal zurück mit der Seilbahn fahren, kreischen natürlich ordentlich und kommen uns wieder mal etwas wie “Bondgirls” vor.

 

Wutai shan und Ping Jao

Nach einer Woche Peking beschliessen wir, 13 Millionen Menschen um uns herum und Smog all day sind uns langsam zuviel. Noch nie haben wir Überbevölkerung so hautnah gespürt. Wir fahren also per Nachtzug Richtung Südwesten in die Berge in einen kleinen Pilgerort mit unzähligen Tempeln. Wutai shan ist ganz nett, wir geniessen die gute Luft und das Herumalbern mit den Mönchen, aber das Örtchen ist uns insgesamt doch zu chinesich- touristisch, und da wir noch nicht zum Buddhismus bekehrt sind reicht es uns bald und wir ziehen weiter in ein malerisches, sehr altes Städtchen PingYao. Hier sind wir nun seit zwei Tagen in einem wunderschönen Hotel, lassen es uns gut gehen, ruhen uns ein wenig aus, schreiben Euch einen Bericht, Claudi hospitiert ab und zu in der Küche, und ich sag Euch: es ist sooo lecker!!!

 

Das Essen

Es gibt eine Vielzahl von Küchen, die alle sehr unterschiedlich sind, je in welcher Region man sich aufhält. Die Chinesen essen fast immer, und fast immer reichlich, es wird in China quasi alles an Gemüse angebaut, dazu kommt Fleisch von allen erdenklichen Tieren, Insekten u.s.w.. Überall gibt es Fressstände auf der Strasse und es geht hoch in allen Kategorien bis zum Nobelrestaurant.
Der Norden ist insgesamt noch recht fleischlastig und fettig. Der Wok wird oft als Friteuse benutzt, und es gibt mehr Mehlspeisen und Teigwaren als Reis und z.B. Fisch. Beliebt ist süsses Gebäck oder sogenannte Dumplings, eine Art Maultasche mit allen möglichen Füllungen. Aber man kann unter einer solchen Vielfalt von Gerichten wählen, dass immer etwas für uns dabei ist.
Alles im allem ist es recht sojasaucenlastig, besonders lecker ist hier das Gemüse, welches mit viel Knoblauch und Ingwer knackig und schmackhaft kurz im Wok geschwenkt und serviert wird.

Da alles so frisch serviert wird, kommt es selten gleichzeitig auf den Tisch. Das führt manchmal zu einer merkwürdigen Reihenfolge; wenn man alles aufgegessen hat, kommt plötzlich noch der Reis.
Die Lokale selbst sind selten gemütlich, und an die Tischsitten der Chinesen muss man sich auch gewöhnen. Es wird halt vor allen Dingen gegessen, nach dem Essen steht man fast sofort auf und geht. Schön ist, dass alle Speisen geteilt werden, jeder isst vom jedem, und nicht selten reissen sie sich hinterher die Handtaschen aus der Hand, weil sie alle ihre Grosszügigkeit beweisen und bezahlen wollen.

Ein Highlight, bis jetzt, war natürlich die Pekingente; eine echte Delikatesse! Man bestellt eine ganze Ente und bekommt Brust, Haut und andere Teile von ihr auf verschiedenen Platten serviert. Dann tunkt man die verschiedenen Fleischteile in Sojasosse, Bohnenpaste oder Zucker, zusätzlich kann man sie auch in einen kleinen Fladen mit Gemüse einrollen. Genug Grund, einmal nach China zu kommen!

 

Zwischenfrage: Wusstet ihr schon,
-…dass Peking in seiner Ausdehnung etwa die Grösse von Belgien hat?
-…dass Claudia beim Fernsehgucken von Olympia, auf die Frage, ob das jetzt die Behindertenolympiada sei, ganz ernst antwortet: ”nee, nee, dass sind nur die Russen” (Es war, wie sich rausstellte, natürlich die Behindertenolympiade)?
-…dass während der Mingdynastie (1368-1644) allein die Küche der verbotenen Stadt 5000 Angestellte beschäftigte?
-... dass ein Kind hier mindestens 70 Klassenkameraden hat?
-…die Chinesen mehr Fotos von uns machen als wir von Ihnen?
 

Mongolei - Logbook geschickt am 10.08.2004

Die Mongolei ist extrem. In allem. In ihrer Ausweitung, in ihrer Grenzenlosigkeit, in ihrer Natürlichkeit. Wenn der Regen kommt, sollte man im Ger sein oder im Zelt, denn er prasselt heftig auf Dich nieder. Wenn die Sonne brennt, dann wehe Dir, wenn Du keinen Hut auf hast. Wenn der Wind kommt, halte alles gut fest, was Du in den Händen hast, vielleicht versucht er sogar, an deinem Ger zu zerren und es auseinanderzunehmen. Die Mongolei hat ihren Namen als “Land der zornigen Winde” verdient.
Es kann am Tage 30 Grad celsius sein, und dann in der Nacht doch plötzlich unter Null, es kann eben noch die Sonne geschienen haben, und plötzlich trifft Dich das Gewitter oder der Sturm mit voller Macht. Ab September ist Winter und im Winter –40 Grad keine Seltenheit.

Die Landschaft ist extrem. Sie scheint kein Ende zu nehmen, hinter jedem Berg wartet die nächste Steppe, man kann tagelang reiten oder fahren ohne jemanden zu sehen.
In Deutschland könnte man, zumindest theoretisch, fast alles an einem Tag schaffen. Von West nach Ost, von Nord nach Süd, die Strassen würden es mitmachen, das Auto, wenn man Glück hat auch. Hier geht fast nichts an einem Tag, alles bedarf viel Planung und Zeit, das Land scheint immer wieder zurückzuweichen, man kommt nicht an.

Die Menschen sind extrem. In ihrer Langmut, in ihrer Grosszügigkeit und in ihrer Genügsamkeit. Sie können wochenlang, wenn es sein muss von Suppe und Trockenfleisch leben und man hört nie jemanden murren. Wenn sie zusammen sind jedoch, oder wenn gefeiert wird gibt es immer alles im Überfluss und soviel, dass mehr als genug da ist, auf dem Teller, in der Schale oder im Glass. Ein leerer Teller wird solange nachgefüllt, bis etwas übrigbleibt.
Die Mongolen können stundenlang reiten, scheinen nie müde zu werden, wenn sie wollen auf dem Pferd schlafen, Wind, Regen, Hagel, Schnee oder Sonne scheinen Ihnen nichts anhaben zu können und man kann sich gut vorstellen, wie Djingis Khan mit seinen Reitern bis fast nach Deutschland dringen konnte.

Das ganze Land ist extrem. Extrem schön, extrem weitläufig, extrem abwechslungsreich, von Seenlandschaft, fast alpinen Höhen und Bergen hin zu Steppe und Wüste, grenzenlos. Kein Transportmittel scheint ihm gerecht zu werden. Im Bus wird einem schlecht, im Jeep stösst man gegen das Dach bei all den Schlaglöchern, bei Motorädern kann man sich nicht sicher sein, dass der Fahrer noch nüchtern ist, wenn man zurück will, auf dem Pferd reitet man sich den Popo wund und die Flugzeuge starten ohne Grund mit acht Stunden Verspätung.
Aber lest im Detail…………….

Fahrt aufs Land nach Moron/ Tunel
Fotos

Ganz aufgeregt fahren wir los, raus aus der Zivilisation, im strömenden Regen, der zum Glück bald aufhört, leider genau wie die asphaltierte Strasse. Abends unser erster Stop im Nationalpark bei den Wildpferden. Wir haben Glück. Wir finden sie und kommen Ihnen so nahe wie wohl nur Wenige, weil gerade ein fremder Hengst zur Herde gestossen ist und wild kämpft und sich versucht eine Postion zu verschaffen. Die Herde beachtet uns kaum, stürmt aber ein paar mal wenige Meter von uns entfernt vorbei, und wir sind ziemlich beeindruckt, fotographieren ganz viel (leider nicht mit der Digicam) und können uns kaum trennen. Der Unterschied zu normalen Hauspferden ist schon beachtlich, diese Pferde hier sind viel wilder und mächtiger und furchteinflössender, sehr kräftig, fast schon hässlich, am ehesten, wie man sie von so alten Höhlenmalereien kennt.
Irgendwann verzieht sich der fremde Hengst, wir uns auch und suchen uns unseren ersten Wildcampplatz. Jetzt geht es los mit unserem Zuhause auf 1,20 mal 2 m. Claudi ist begeistert und ich bin noch etwas skeptisch. Aber ich muss zugeben: unser Zelt erweisst sich die ganze Tour als prima und sehr geräumig.

Die nächsten beiden Tage bestehen aus reinem Fahren und sind einigermassen hardcore. Wir haben natürlich die Luxusversion, nur wir vier mit unseren Fahrern, mit Pausen in der Nacht und in einem neün Auto (eigentlich fahren die Mongolen nicht los, bevor nicht mindesten 20igLeute plus Gepäck in einem solchen VW Bus sitzen und fahren durch, wenn es sein muss mehrere Tage lang). Wir haben nur eine Panne (unterdurchschnittlich wenig), die schnell mit Hilfe von unserem! blaün Zwirn behoben wird, wir verfahren uns nicht, saufen nicht ab, steckten nicht im Schlamm fest, haben keinen grösseren Sandsturm oder sonst diese Dinge, mit denen man rechnen muss, wenn man durch die Mongolei fährt, und trotzdem… es geht uns schlechter als erwartet.
Man muss sich in etwa vorstellen, man würde auf einem superschlechten Feldweg- manchmal noch nichtmal das- versuchen, mit durchschnittlich 40kmh einmal von Kiel bis zum Bodensee zu fahren. Obwohl: vorstellen kann man sich das glaube ich nicht. Ich konnte es zumindest nicht. Man muss es einfach mal machen.
Entschädigt werden wir durch die ganz unterschiedlichen Landschaften, durch die wir fahren und durch das wunderschöne Tal auf 1400m Höhe, in dem wir nach 2-3 Tagen endlich ankommen. Wir sind uns einig: dies ist der schönste Platz, den wir in dere Mongolei bis dahin und auch später gesehen haben: zwei Gers (Jurten) liegen direkt am Fluss mit glasklarem Wasser, umgeben von Bergen, weitem Land, vielen Pferden, Ziegen und Kühen, die abwechselnd an deinem Zelt knabbern- ein Traum.Wir fühlen uns ein bisschen wie Heidi in dieser abgeschiedenen, noch so heile scheinenden Welt. Wir werden sehr freundlich begrüsst und aufgenommen, dürfen im Gästeger schlafen, und fügen uns gleich ein in dieses natürliche Leben, indem wir am nächsten morgen zu allererst Holz suchen, dann den Ofen anschmeissen, Wasser für den Kaffee und fürs Waschen warmmachen usw. So im Sommer und für eine zeitlang macht uns das unheimlichen Spass. Wie hart das Leben auf dem Land hier bei –40 Grad im Winter ist, können wir nur erahnen.

 

Die erste Reittour
Fotos

Unsere erste Reittour ist ‘speziell’. Wir sind noch recht gestresst von der Fahrt und noch garnicht so richtig angekommen, da reiten wir nach einem Tag los; 6 Reiter und 8 Pferde auf dem Weg zum Hovsgolsee. Zwei guides reiten mit uns, Zolboo, ein Bruder aus unserer “Gastfamilie” und Dambaa, ein älterer Nachbar und echter “countryman”. Die Beiden haben die Packpferde am Zügel, geklärt sein muss eigentlich alles vorher, die beiden sprechen kein englisch, wir kein mongolisch.
Das Wetter ist heiss, sehr heiss, sprich zum Reiten kaum geeignet, weil wir von Bremsen aufgefressen werden. Wir machen zwar mittags Pause, werden aber trotzdem böse zerstochen. Und es ist anstrengend. Wir sind alle recht untrainiert und unbedarft, die guides noch mit wenig Erfahrung mit Touristen, mit mässiger Reitausrüstung und vagen Vorstellungen, was uns erwarten wird.
In meinem Reiseführer steht ‘Erwarte nie, dass ein Mongole Dich versteht. Die Erfahrungswelten sind einfach zu unterschiedlich’. Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, was damit gemeint war. Jetzt weiss ich es ziemlich genau. Manchmal gibt es so Situationen, die führen zwangsläufig zu Missverständnissen, obwohl wirklich von allen Seiten nur guter Wille da ist. Ein Beispiel: Die Mongolen reiten mit extrem kurzen Steigbügeln, wir für ihre Verhältnisse mit pervers langen. Aber abgesehen davon, dass sie nicht besonders lang zu stellen sind, weil das Leder nicht lang genug ist, gucken sie Dich ungläubig an und sagen: “das geht nicht, dann ist das Bein ja unter dem Pferdebauch.” (ja und?!!…..)
Solche Dinge führen dazu, dass es besonders am Anfang oft unbeqüm ist, wir Knieprobleme haben und manchmal etwas überfordert sind. Ein anderes, nicht zu klärendes Missverständnis ist, dass es in der Mongolei die Männerverantwortung ist, sich um die Pferde zu kümmern, so dass uns noch nicht mal zugetraut wird, diese richtig anzubinden oder zu satteln, und das besonders mich nervt.

Zudem haben wir uns wohl nicht genug Gedanken um unseren Energieverbrauch und Essen gemacht, sodass es immer irgendwie zuwenig scheint. Unterwegs könnten wir allenfalls eine Ziege oder ein Schaf kaufen, machen wir auch, aber wir können uns bis zum Schluss nicht so ganz mit dem Geschmack anfreunden. Den Mongolen kann man da nicht so ganz als Massstab nehmen. Der kann solange genügsam leben, wie er muss, von Brühe mit ein wenig Trockenfleisch. Sie bieten auch uns davon sehr rührend etwas an, aber irgendwie ist klar: für sechs Leute reicht es nicht.
Bis zum See kommen wir, auch mit sehr schönen Erlebnissen, schöner Landschaft, lustigen Unospielabenden zu sechst, aber kehren dann erstmal um, zurück zum Ger. Biene und Steve wollen weiter und wir beschliessen, es als Vorbereitungstour zu sehen und mit mehr Essen die nächste längere tour zu starten.

Wieder am Ger brausen Biene und Steve am nächsten Morgen mit dem Motorrad davon, (inzwischen sind sie übrigends schon in Südthailand!) und wir fühlen uns ein wenig wie nach einer Klassenreise zurückgelassen und sortieren uns erstmal neu. Wir haben nun das Ger für uns, erholen uns, spielen ganz viel Karten, lernen die Familie besser kennen, kaufen ordentlich Nudeln und Kartoffeln ein (auf die wir am Ger selten zurückgreifen müssen, weil die Mutter hervorragend kocht und uns oft mitversorgt), pflegen unseren Popo, haben ein Paar Hemden als Insektenschutz von Steve und Biene geerbt und warten auf den Naadam, das grosse Fest in der Mongolei.

 

Naadam
Fotos

Am Tag vor dem Naadam stellt sich die Frage: wie hinkommen? Der Bus ist nicht da, mit dem Pferd 4-5 Stunde eine Strecke oder hintendrauf auf den Motorrädern vom Nachbarn. Wir entscheiden uns für Letzteres, nicht ohne uns, zur Erheiterung der Mongolen, vorher zu bekreutzigen. Aber es ist sehr viel beqümer, als wir erwartet hätten und wir kommen uns irgendwie sehr lässig vor. Anfangs sind wir auch noch die einzigen Touristen und ich wage zu behaupten, neben dem Pferderennen, eine weitere Hauptattraktion. Fast alle Mongolen sind natürlich auf dem Pferd unterwegs.
Das Naadam besteht eigentlich aus drei Disziplinen, dem Pferderennen, dem Ringkampf und dem Bogenschiessen, alles jeweils an einem Tag, auf den kleinen Naadams auf dem Land wird das Bogenschiessen jedoch weggelassen.
Es treffen sich alle Mongolen, die meisten zu Pferd, an einem Ort, wo der Zieleinlauf des ersten und längsten Rennen ist, es wird geschnackt, geklönt, Buuts gegessen (eine Art Teigtasche mit gehacktem Ziegenfleisch), Wodka getrunken, geraucht, Pferde verglichen, und geschrien, sobald die Horde des Rennens in Sicht kommt. Starten dürfen die 2-6 jährigen Pferde, die von 6-12 jährigen Jungen und Mädchen in einem halsbrecherischen Tempo 20-40 km über die Steppe gejagt werden. Die Kinder reiten meist noch ohne Sattel und manch ein Pferd kommt auch ohne seinen kleinen Reiter im Ziel an. Die Pferde haben eine Frisur, die ich in der Grundschule zu tragen pflegte, Zopf und mit Neonbändern hochgesteckter Schopf, sind oft hager und in den Wochen zuvor hart trainiert worden. Dem Naadamsieger (bzw. dem Züchter) winkt ein hoher Preis und für die Pferde kann man -für hiesige Verhältnisse- Traumpreise erzielen.
Auf der Zielgraden werden die kleinen Reiter noch mal angefeürt und im Notfall auch durchs Ziel gezogen, danach der Sieger umringt und versucht zu berühren, das bringt Glück, sagt man, und nach einer Weile verteilt sich das Ganze.
Die Naadamreiter werden auf einem Lastwagen zum nächsten Startpunkt gefahren, die Zuschaür ziehen zum etwa 2 km entfernten nächsten Zielpunkt und warten und klönen und trinken, bis die Staubwolke wieder am Horizont erscheint. So kann man den Tag rumbringen.

Inzwischen ist ein Bruder unserer mogolischen Familie mit dem Bus und anderen Touristen gekommen, was unser Glück für den Rückweg ist, denn Claudias Motoradfahrer hat wodkagerötete Augen und ist vollstramm (wie viele der Mongolen inzwischen- da unterscheidet sich so ein Naadam halt doch nicht so sehr von Schützenfest in Deutschland)

Am nächsten Tag sind die Ringer dran, die wir uns zwar angucken, uns aber nicht mehr ganz so faszinieren (obwohl: das stimmt nicht ganz. Claudia hat ihre Liebe zu den Männerkörpern entdeckt und findet diese oft gedrungenen, durchtrainierten Körper unglaublich sexy). Schön sind die Rituale drumherum. Die Ringer bewegen sich vor,- und nachher in festgelegten Tänzen und Bewegungen wie ein Adler als Homage an das stärkste Tier.
Auch ist es eine recht unbrutale Sache, gerungen wird, ähnlich wie beim sumo, bis Einer mit etwas anderem als der Schuhsohle den Boden berührt. Das kann allerdings Stunden daürn, weswegen schon Staatsempfänge verschoben wurden. Grosser Sport in der Mongolei!

 

Die zweite Reittour
Fotos

Am Tag nach dem Naadam geht es wieder los. Diesmal sind wir bestens vorbereitet drei Wochen unterwegs durch versteckte Täler bis zum See, den See am Westufer eine Weile entlang, Pausentage, dann zurück am River Eg bis zum Ger. Vielleicht sagen die Fotos mehr über diese Tour aus als wir schreiben können. Traumhafte, sehr unterschiedliche Landschaften und meist tolles Wetter. Am Besten gefällt es uns fast auf dem Rückweg an dem breiten River Eg. Uns kommt die Landschaft vor wie bei Winnetou. Wir haben nie Probleme damit, Wasser zu finden, Fisch fangen wir selber zwar kaum trotz einiger Versuche, aber Dambaa, unser Führer, bittet immer die Mongolen, uns welche zu schenken.
Mit ihm klappt die Verständigung jetzt viel besser, er kann zwar immer noch nur mongolisch, aber irgendwie haben wir uns mehr aufeinander “eingeschossen” und sind, so zu dritt, ja auch mehr aufeinander angewiesen. Es gefällt uns unheimlich gut mit diesem ‘Vollblutmongolen’ zu reiten und nicht, wie viele, mit einem dieser jungen Mongolen am See, die vielleicht ein paar Brocken englisch können und versuchen, jetzt mit Touristen etwas Geld zu machen, aber eher unzuverlässig und aufgeblasen sind. Ursprünglich wollten wir ja alleine wieder losziehen ohne guide, aber die Familie hat sich so viel Sorgen um uns als zwei Mädels alleine mit den Pferden gemacht, dass sie uns umsonst einen Guide mitgegeben hat. Dambaa ist eine faszinierende Mischung, sehr alt und erfahren, ihm wird eine Menge Respekt entgegengebracht und gleichzeitig sehr albern und kindlich (z.B. spielen wir stundenlang mit ihm Uno und er ist mit einer unheimlichen Ernsthaftigkeit dabei und rollt sich lachend auf dem Rücken, wenn er gewinnt)

Die ganze Tour ist traumhaft ruhig, ausser am See stossen wir auf keine anderen Touristen, wir verstehen uns toll und geniessen die Zeit und das Reiten sehr. Trotzdem merken wir, vier Wochen reiten reichen erst einmal, wir wollen danach wahrscheinlich nicht auf noch eine Pferdetour.
Ich verarbeite meine Eindrücke eher im Schreiben, Claudia hat angefangen viel zu malen und kann die Plätze ganz toll in Bildern einfangen. Auch reitet sie jetzt wie ein echter Profi und ist durch nichts mehr aus der Ruhe zu bringen. Hier zu reiten ist allerdings auch wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Diese unglaubliche Weite und Unbeschränktheit, die Pferdeherden, die überall grasen und ein Stück mitlaufen, dieses reine Pferdeland, in dem jeder schon, seit er zwei Jahre alt ist, im Sattel sitzt. Dazu diese unglaublich grosszügige, hilfsbereite, aufeinander angewiesendeLandbevölkerung, die uns immer mit Rat weiterhelfen und uns zu Tee und Essen einläd.

Ein besonders schönes und lustiges Erlebnis haben wir mit Mongolen am See, die dort selber Urlaub machen. Es fängt eigentlich komisch an; wir sind am Kochen vor unserem Zelt, plötzlich kommt ein Jeep angebraust, hält quasi neben uns, mindestens 14 Mongolen und ein Ofen springen raus (die Mongolen nehmen natürlich ihren Ofen mit, wenn sie campen gehen), setzen sich um uns, machen uns das Feür, starren auf unsere Pfanne und fangen nach einer Weile an, ihre Photoapperate zu holen, den Spiess umzudrehen und sich mit uns zu photographieren. Dabei finden sie es natürlich zum Schreien komisch, dass wir einen Deel, das Nationalgewand der Mongolen, das wir uns gegen die Kälte haben nähen lassen, zusammen mit Sandalen tragen.
Es kommen immer mehr Mongolen von dem Camp nebenan, die gerade eine Jubiläum feiern, und wir müssen uns mindestens drei Stunden lang immer wieder fotographieren lassen und fühlen uns wie Micky Mouse in Disneyland. Es wird eine grosse neugierige Runde um uns rum, und wir versuchen zu radebrechen und das Lexikon geht hin und her. Selbstredend werden wir eingeladen zum Bier oder Wodka und was immer wir wollen und später zum Riesenfeür und werden wie Ehrengäste behandelt. Dazu gehört dann auch, dass wir bei dem Sängerwettstreit, der entsteht, ein Lied alleine vor 100 Mongolen singen müssen, aber obwohl sie es nicht kennen, fallen alle klatschend ein und wir werden mit reichlich Wodka belohnt. Es wird ein toller Abend. Dambaa passt immer auf, dass es uns nicht zu viel wird und das Ganze ist eine recht typische Szene für die Mongolei.

Mongolen, zumindest auf dem Land, sind sehr aufgeschlosen, neugierig, wissen noch vor Dir, dass Du da bist, haben wenig Gefühl für Intimsphäre, sind unglaublich grosszügig, hilfsbereit, der Gast und die Älteren verdienen immer den meisten Respekt, sie sind unglaublich albern, lieben das Feiern und das Trinken und das Feür, sie sind unzuverlässig und nehmen viele Dinge nicht so wichtig, sie lieben die Gemeinschaft und in Deutschland würde man sagen ‘Feste werden so gefeiert, wie sie fallen’. Unbedingt liebendswert im grossen und ganzen.

 

Familie, Hochzeit und unsere Zeit am Ger
Fotos

Fast genauso schön wie die Reittouren waren unsere Zeiten am Ger von der Familie. Alle Generationen sind hier abwechselnd versammelt im Sommer und es ist schön, in dieses Familienleben so unkompliziert integriert zu werden und so eine Menge mitzubekommen.
Erkas Familie ist vielleicht ein gelungendes Beispiel für eine mongolische Familie im Umbruch. Bis vor einigen Jahren haben sie von Viehzucht gelebt, bis ein ganz harter Winter kam und sie die nicht verstorbenen Tiere verkauft und sich umorientieren mussten. Jetzt treffen sich alle im Sommer am Fluss und wohnen ansonsten in den Städten verteilt. Im Sommer kümmern sie sich noch um die wenigen Tiere, die sonst vom Nachbarn mitübernommen werden und leben ansonsten von zwei Geschäften, als Lehrer, Pharmazist, vom Tourismus…
Bei Ihnen trifft man in sehr schöne Weise auf das Festhalten an alten Traditionen gepaart mit all dieser mongolischen Herzlichkeit, Grosszügigkeit und Neugierde auf Neüs; so hat selbst die Mutter mit uns englisch geübt. Sie entdecken das Internet und waren immer sehr interessiert an unserer Lebensweise (als wir erklärten, wir hätten in einem Krankenhaus gearbeitet, musste Claudi der Mutter gleich Blutdruck messen mit einem Vorkriegsmodell….)
Nicht überall in der Mongolei gelingt die Umstellung so gut. Die Menschen können nur noch schwer von der Viehzucht leben (eine Familie braucht mehr als 200 Tiere, um wirklich gesichert zu sein und in extremen Wintern kann sich diese Zahl schnell reduzieren.). Alternativen zu finden scheint nicht so einfach oder setzt vielleicht auch noch ein ganz anderes, dem Landmongolen fremdes, wirtschaftlich- kapitalistisches Denken voraus. Auffällig ist, dass die Mädchen und Fraün im allgemeinen viel offener scheinen, neugieriger, sehr viel Verantwortung übernehemen und sich die Männer, deren Hauptaufgaben draussen in der Viehzucht und in den körperlichen Arbeiten lagen, sich viel schwerer tun.

Besonders von den Eltern von Erka, aber auch vom Rest der Familie und ihrem ganzen Umgang miteinander waren wir sehr beeindruckt und es war sehr schön, Ihnen zu begegnen. Unsere Zeiten am Ger waren sehr unterschiedlich. Nach unser dreiwöchigen Tour war plötzlich “full house”. Jan, Erka und Ulf, unser Kontakt aus Deutschland war da und zwei supernette Schweizer, Caroline und Migg, die noch vor ihrer grossen Reittour standen (übrigends auch Weltreisende im fortgeschrittenen Stadium; wer Lust auf mehr Weltreiseseiten hat:www.wegpunkt.ch). Auch trudelte nach und nach die ganze Familie zur Hochzeitsnachfeier ein und zusammen hatten wir noch mal eine tolle Zeit.

Die Feier fiel zusammen mit Miggs 30igsten Geburtstag, es wurde unter anderem Ziege in Milchkanne gemacht, eine mongolische Spezialität. Dazu wird Ziegenfleisch abwechselnd mit heissen Flusssteinen in einer Milchkanne gestapelt und diese luftdicht verschlossen und aufs Feür gestellt. Voila: Dampfkochtopf auf mongolisch. Dazu gab es Salate, Bier und natürlich Wodka. Migg spendete sogar noch Toblerone und unser Glück war perfekt (da ja alle von uns erwarten, übers Essen zu schreiben, müssen wir ja damit irgendwie enden).
Es wurde aber auch sonst ein toller Abend. Für uns war sicherlich ein Höhepunkt, als die Mongolen abwechselnd mit uns ein Lied nach dem anderen sangen, für die Mongolen war sicherlich ein Höhepunkt, als Claudia zur fortgeschrittenen Stunde und fortgeschrittenem Wodkakonsum “Nackidei” sang und erzählte, wie sie auf der Tour im Hovgolsee nacktbaden war………..


Zwischenfrage:
Wusstet ihr schon,
- …dass die Mongolei 4,5 mal so gross ist wie Deutschland (mit einer Einwohnerzahl von 2,4 Millionen)
- …dass wir immer, wenn wir keine Lust auf irgendetwas haben (z.B. sparen, mit merkwürdigen travellern rumhängen…) einfach sagen: “dafür sind wir zu alt”…
- …dass Chingis Khan bis fast in Deutschland war auf seinen Eroberungszug
- …dass mongolische Pferde nicht ins Ausland verkauft werden, weil sie immer wieder versuchen wegzulaufen und an dem Ort sterben wollen, an dem sie geboren wurden
- …dass die Mongolen nicht müde werden zu betonen, wie gut wir jetzt aussehen, braun und dünn, wo wir doch so fett und stämmig angekommen sind
- …dass sich die Mongolei im 13. Jahrhundert von Ungarn bis Korea erstreckte, und damit das grösste Reich war, dass die Welt bis dahin kannte
- …dass wir uns auf der tour im Dunkeln nur noch an Zähnen erkannten, so braun waren/ sind wir
- …dass auf jeden Mongolen mindestens 1 Pferd, 1,5 Kühe oder Yaks, vier Ziegen und sechs Schafe kommen, auf jeden sechsten 1 Kamel
- …dass Claudia behauptet, sie könne nur mit etwas Spannendem zu lesen ihr Geschäft machen, und ich ihr deshalb gefakte Kickerartikel schreiben muss (in denen Poldi natürlich
immer mindestens drei Tore schiesst)
- …dass Mongolen wunderschön singen können, besonders über die Eltern, das Pferd, die Berge und das Wasser
- …dass Claudia von den Mongolen den Spitznamen “alia shar” bekommen hat, was soviel heisst wie “lustige Blonde”
 


Samstag, 19. Juni 2004

Ihr Lieben, da wir uns jetzt wahrscheinlich eine Weile nicht melden können, jetzt noch schnell der Bericht der letzten Tage, und Fotos, auf denen wir noch recht sauber aussehen.

Die letzten Tage in Ulaanbaatar waren recht lustig und unangestrengt. Wir hatten mit Steve und Biene ein Apartment für uns und haben eher die Annehmlichkeiten der Großstadt genossen: deutsche Biergärten (hier gibt es zwei große, deutsche Braüreien), warme Duschen, Supermärkte mit Aldi und Pennyprodukten, Internetcafes... Den Rest der Zeit waren wir damit beschäftigt, Dinge fürs Land zu kaufen, drei Tage brauchten wir, bis wir einen Kocher hatten, Sonnenmilch und Moskitoschutz waren nicht aufzutreiben und die Mongolen haben sich totgelacht, als wir per Zeichensprache versucht haben zu erklären, was wir wollen. Nun ja, nun muss das reichen, was wir in Deutschland gekauft haben. Wird es aber auch, glaube ich. Überhaupt gibt es hier wenig Spezialgeschäfte, sondern in jedem Laden wird das verkauft, von dem man denkt, es läuft irgendwie...

Heute Abend brechen wir mit einem russischen Kleinbus auf, um in einer Drei-Tagestour in den Norden zu fahren. Gecampt wird heute nacht in einem Nationalpark, wo wir hoffen Wildpferde zu sehen, den nächsten Tag fahren wir dann zu einem großen bekannten Kloster (ich weiß auch nicht, warum wir immer in Klöstern landen, aber in der Tat finde ich diese Plätze sehr schön und meditativ und den ganzen Buddhismus sehr interessant), und dann ab in den Norden. Dann reiten wir relativ schnell los, die ersten beiden Wochen mit Steve und Biene und Guide, dann später alleine oder bzw. wahrscheinlich mit Guide.
Wir sind sehr aufgeregt, aber es klingt alles prima, und wir sind wirklich an eine supernette Familie geraten, die alles toll für uns organisiert.

Wir wissen nicht, wann wir das nächste Mal an ein Internetcafe geraten, in zwei Monaten spätestens, vielleicht auch früher, vielleicht gibt es auch News über Ulf, der aus Deutschland für drei Wochen in die Mongolei kommt.
Haltet Euch wacker bis dahin, wie schön, dass ihr mit uns reist, mit dem Kopf unterwegs, wir freün uns über News und drückt uns die Daumen, dass keiner von Pferd fällt. Die Cowboybilder sind erst der Anfang....

 

10.06. - 15.06.2004

Fotos aus der Transsib
Fotos aus Ulaan Bataar

Transsib - lebende Telefonzellen -
ein echter Cowboy aus Las Vegas

Wie schon beschrieben erlebten wir in Moskau ein nicht so offenes Volk, vielleicht lag es an unserer Erschöpfung, wer weiß? Ganz gespannt auf die Transsib haben wir den Dienstag genutzt, um ins Logbuch zu schreiben.

Abends machten wir uns auf den Weg zur Transsib. Dank Kordulas guter Metrokenntnis kamen wir pünktlich 40 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof an. Und dann fuhr sie ein unsere Transsib - wovon wir solange geträumt haben...ich wahrscheinlich schon als Kind. Unser Wagen Nr. 1 ganz vorne.

Da sämtliche Literatur, die wir gelesen hatten, uns riet, die Waggonchefs mit Rubel zu bestechen, um Beachtung zu finden, war ich schon mit Rubel gewappnet. Doch es strahlte uns eine aufgeschlossene goldzähnige Russin an und zeigte uns unsere Schlafplätze. Oh! Das war klein, ich schätze 6 qm und die zu viert. Wir waren aber noch alleine, wann kommen die anderen? Larissa unsere Waggonchefin, hatte uns dann doch ziemlich schnell in ihr Herz geschlossen und verriet uns, dass erst Montag welche dazu steigen würden. Wir machten es uns gemütlich, das war gar nicht so schwer alle Haken und Stopflöcher wurden im Handumdrehen von uns sorgfältig ausgesucht und benutzt- alles eine Sache der Organisation und Planung.

Schnell lernten wir Bine und Steve kennen. Sie eine Münchnerin, er ein echter Cowboy aus Las Vegas (Puh). Die Abende mit ihnen und natürlich auch die Tage waren super lustig. Es floss nicht nur Bier, na ihr wisst schon auch die Vodka war recht lecker. Mein Englisch wurde auch immer fließender.

Tagsüber gab’s viel Instant-Suppen und Tee. Ein dafür immer laufender Samowar stellt das heiße Wasser bereit. Den Speisewagen hatten wir auch nach kurzer Zeit entdeckt. Das war eine Küche...aber das Schnitzel war superlecker. Die Angestellten tranken in der Zeit wo wir das saßen ca. 4 Flaschen Sekt, und das zu Dritt aus Wassergläsern.

Die Landschaft war fast unbeschreiblich - am besten spiegeln das hoffentlich die Fotos wider. Zunächst viele Birkenwälder, ab dem Balkaisee wurde es dann traumhaft schön, trotz schlechten Wetters. Nach dem Grenzübergang (das daürte ca. 4 Stunden) wachte wir morgens um sechs Uhr auf und erblickten zum ersten Mal die Mongolei. Wow! So etwas habe ich noch nie gesehen. Unendliche Weiten (ich weiß, das hört sich wir Enterprise an), Berge so wundervoll grün, der Himmel einmalig blau, ganz nah eine Pferdeherde am weiden...

Angekommen am Bahnhof holt uns Odnoo (Erkas Schwester) ab. Der Transfer zu einem Appartement klappte wunderbar und Steve und Bine gleich im Schlepptau. Zu Viert leben wir nun in einer WG – fünf Tage Transsib verbindet...

Etwas gerädert gehen Kordula und ich etwas einkaufen. Auf der Straße stehen viele Menschen mit Telefonen (so, wie auf dem Flohmarkt). Bis wir checken, dass das Funktelefone sind. Und man kann von dort aus telefonieren. Am Supermarkt packen sie erst mal 5 enthäutete Ziegen aus, daneben noch ein Kofferraum voller zerhacktes Fleisch, so ist das hier.

Die Menschen unglaublich freundlich, offen, gut Englisch sprechend und wunderschön. Wir sind sehr gespannt auf die Reittour, ich werde mir mit Beratung noch einen Cowboyhut zulegen (s.o. Steve)
So, passt auch ihr auf euch auf, bis bald
Claudia und Kordula

 

Donnerstag, 10. Juni 2004

Fotos anschaün!

MOSKAU Ein bisschen Star Trek und Phantasialand, nur mit weniger englisch Irgendwie wie jede andere Millionenstadt (London, Paris...) und irgendwie doch anders. So wenig lesen und verstehen zu können ist schon merkwürdig. Und es können wirklich, selbst an den Touristenorten und Bahn,- und Flughäfen, kaum Leute englisch, und sie sind auch nicht besonders aufgeschlossen für nonverbale Kommunikation. Die meisen wirken recht ignorant oder verschreckt, wenn man versucht, sie anzusprechen. Das Hotel ist in Ordnung, das Fahren mit der Metro sehr einfach und die Metrostationen wirklich toll in all ihrer Pracht. Darüber hinaus wird es eher schwierig. Den Roten Platz konnten wir nur von der Seite bewundern, weil er wegen einer Parade oder ähnlichem geschlossen war, und in den Kreml kamen wir nicht rein, weil sie uns nach 2 Stunden anstehen keine Tickets verkauften. Zusammengerottet mit all den anderen Deutsch,- und englischsprachigen Ausländern konnten wir dann zumindest rausfinden, dass keine Idividualtouristen in den Kreml rein dürfen, sondern man sich als Gruppe einen Guide suchen und bezahlen muss, der einem dann die Tickets holt. Inzwischen waren wir aber so angepisst, dass wir dazu keine Lust mehr hatten, genervt waren von russischen Touristenströmen, und Claudi die Ticketverkäufer schon moralisch unter Druck setzte, indem sie sie auf englisch beschimpfte, ob sie etwas gegen Deutsche hätten. Höchste Zeit wegzukommen!!!!.
Wir beschlossen also, unsere Tickets für die Transsib abzuholen, einen Kaffee zu trinken, eine Lunch zu haben mit anderen Dingen, als wir unserer Meinung nach bestellt hatten, und brachen dann zum Jungfraünkloster (aha: hier zieht es sie also hin! Anm. d. Red.) auf. Das ist das grösste und wirklich sehr beeindruckende Kloster Moskaus mit einem dahinterliegenden wunderschönen Friedhof, wo die Bekanntheiten Russlands begraben liegen. Wir haben ziemlich lang nach Gorbatschow (Mädels, da könnt ihr lange suchen - der lebt nämlich noch...Anm. d. Red.)  gesucht, den nicht gefunden, dafür Gogol und andere schöne Gräber. das war wirklich toll, meditativ und ruhig. Das zu unserem Start in Moskau.

Wir sind allgemein ziemlich fertig und angestrengt von den letzten Wochen, schlafen ganz viel und sind auch noch eher traurig als in Aufbruchstimmung. Nach einem so schönen und intensiven Fest mit Euch hängen wir immer noch ein wenig in Köln, aber das ist auch o.K. so. Heute Abend rollen wir dann mit der Transsib ein bisschen weiter und darauf freün wir uns sehr.

Wir hoffen, es geht Euch gut. Schreibt uns auch ganz viel. Es ist ganz toll, das von hier aus zu lesen.

Liebste Grüsse an alle Mitreisenden, Kordula und Claudia
 

 

 

Dienstag, den 08. Juni 2004

Nach dieser tollen Fete und den lieben Worten und Wünschen fiel uns der Abschied nicht leicht. Die Nacht von Montag zum Dienstag war kurz, der Rucksack musste gepackt, beziehungsweise gestopft werden, wir kamen nicht so recht ins Bett und mussten um 3:00 Uhr wieder aufstehen. Mit viel Schlaf in den Augen holten uns Claudis Eltern ab, ihre Mutter fragte lieber doch noch mal nach, ob wir nicht hierbleiben wollten (die Hoffnung stirbt zuletzt...), und wir machten uns noch mit Kordulas Eltern auf den Weg nach Düsseldorf. Der Abschied dort ging recht schnell, ich glaube, wir waren alle müde und wolten das nicht so realisieren.

Samstag, den 05. Juni

Die Party

Fotos anschaün!

Alle Mitfiebernden versammeln sich noch einmal zum Abschied in Kölle.

Denn "echte Fründe stonn zusamme..." oder so ähnlich. Es wird wild und ausgelassen und auch ein bisschen wehmütig gefeiert! Das Wetter lässt uns alle ein wenig frösteln, aber man trinkt und tanzt sich warm.

Tausend Bier mit dir - und Hausmeister-Helmut wird den Saal zur Wilkommens-Party spenden - na, wenn das kein Grund zum Wiederkommen ist!!

 

Dienstag, den 18.  Mai 2004

Abschied von den Kollegen in Siegburg

vergrößern..Es fällt nicht leicht, das 'Überall-Abschied-Nehmen'. Und noch ist alles so irreal und noch so viel zu erledigen. Der Abschied von Siegburg war schön, rührend und traurig und mitgegeben wurden uns nach neben vielen lieben Wünschen und Umarmung (und neckischen Sprüchen) ein Survivalpack mit Spritzen, Verbänden, Pflaster..., eine Digitalkamera mit zugehörigen Teamphoto und ein Gedicht mit einer sehr schönen Überschrift: Nicht weg, nur woanders...